Folge 46: Traumafolgen und Erkenntnisse aus der Psychokardiologie
Shownotes
In dieser Folge spreche ich mit Dr. Annika Freiberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Psychologin mit Schwerpunkt Psychokardiologie am Deutschen Herzzentrum München, über Traumata bei Menschen mit angeborenem Herzfehler – und darüber, wie belastende medizinische Erfahrungen schon früh im Leben Spuren hinterlassen können.
Viele Kinder mit angeborenem Herzfehler erleben bereits in den ersten Lebensjahren intensive medizinische Eingriffe, Operationen, Krankenhausaufenthalte oder Situationen, die mit Angst, Kontrollverlust und Unsicherheit verbunden sind. Doch was bedeutet das langfristig? Wie zeigt sich ein frühes Trauma im Erwachsenenalter – und warum erkennen viele Betroffene erst spät, dass bestimmte Gefühle, Verhaltensweisen oder körperliche Reaktionen damit zusammenhängen könnten?
Dr. Freiberger erklärt, was man unter traumatischen Erfahrungen und posttraumatischen Belastungsreaktionen versteht, welche Symptome auftreten können und weshalb medizinische Traumata oft anders wahrgenommen werden als andere Formen von Trauma. Wir sprechen darüber, warum auch Eltern und Angehörige traumatische Belastungen entwickeln können, welche Rolle das Nervensystem dabei spielt und weshalb es wichtig ist, die eigenen Reaktionen ernst zu nehmen.
Außerdem geht es darum, welche Möglichkeiten der Unterstützung und Behandlung es heute gibt, warum Psychoedukation und Selbstverständnis so entlastend sein können – und weshalb Trauma nicht bedeutet, „kaputt“ zu sein, sondern eine nachvollziehbare Reaktion auf außergewöhnliche Belastungen ist. Eine Folge über frühe medizinische Erfahrungen, unsichtbare Langzeitfolgen und darüber, wie Verständnis und Unterstützung helfen können, besser mit ihnen umzugehen.
💬 Wir sprechen über: • Traumata und Traumafolgen bei angeborenem Herzfehler • Wie frühe medizinische Eingriffe langfristig wirken können • Symptome und Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) • Warum medizinische Traumata oft schwer erkannt werden • Die Rolle von Angst, Kontrollverlust und Nervensystem • Traumatische Belastungen bei Eltern und Angehörigen • Möglichkeiten der Unterstützung und psychotherapeutischen Begleitung • Warum Psychoedukation und Selbstverständnis entlastend sein können • Wege zu einem hilfreichen Umgang mit belastenden Erfahrungen
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Redaktion: Nina Schwarzbauer, Anna Fouani, Linda Röß Ton & Postproduktion: Nina Schwarzbauer
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Transkript anzeigen
00:00:05:
00:00:07: Hallo und herzlich willkommen zum Kinderherzen-Podcast, dem Podcast von und für Eltern und Familien herzkranker Kinder.
00:00:14: Mein Name ist Nina Schwarzbauer, ich bin Journalistin und selbst Mama eines Sohnes der mit einem komplexen Herzfehler zur Welt gekommen ist.
00:00:21: Und weil ich weiß wie viele Fragen, Unsicherheiten und Herausforderungen im Leben mit einem chronisch-herzkranken Kind aufkommen, hole ich mir in jeder Folge fachkundige Antworten von Expertinnen und lasse mich von den Erfahrungen anderer Familien inspirieren!
00:00:35: Meine Gäste beantworten mir und euch in diesem Podcast unsere Fragen rund um den Alltag mit Herzkrankem Kind, machen Mut und zeigen Wege auf mit den besonderen Herausforderungen unserer Kinder umzugehen.
00:00:46: Schön dass du heute dabei bist!
00:00:53: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Kinderherzen Podcast.
00:00:56: Ich spreche heute mit Dr.
00:00:57: Annika Freiberger darüber, was der schwere Staat ins Leben mit Kindern und angeborenen Herzfehlern macht.
00:01:03: Dr.
00:01:04: Freiberge ist Gesundheitswissenschaftlerin und Psychologin in der Ambulanz für Angeborene Herzfehler im Deutschen Herzzentrum München.
00:01:11: Herzlich Willkommen im Kinderherzepodcast!
00:01:13: Vielen Dank, ich freue mich sehr dass ich hier sein darf.
00:01:16: Ja, starten wir vielleicht mal direkt rein.
00:01:18: Was bedeutet es denn für ein Baby direkt nach der Geburt operiert zu werden?
00:01:23: Beziehungsweise vielleicht auch schon mit allem was davor beginnt!
00:01:27: Also in erster Linie bedeutet das für ein Baby eine extreme Stresssituation.
00:01:33: Das ist ja eine Ausnahmesituation, dass es nicht das wie man sich irgendwie vorstellt, wie man normal ins Leben vielleicht starten würde und auch durch den Stress der Mutter schon während der Schwangerschaft.
00:01:43: gegebenenfalls kann's einfach zu höheren Cortisolwerten kommen.
00:01:47: Es kann zu einer extremen Aktivierung der Stressachse kommen was sich dann aufs Nervensystem auswirkt.
00:01:53: Die Operation selber dann im Säuglingsalter oder im Kleinkindalter führt einfach zu klar.
00:02:01: körperliche Belastung selber, die Operation, Schmerzen gegebenenfalls wieder eine extremen Aktivierung der Stressachse.
00:02:09: Das nimmt insgesamt einfach Einfluss aufs Nervensystem und das kann auch eine Art Traumagedächtnis sozusagen dadurch erzeugen.
00:02:17: also unser Nerven System merkt sich das und speichert das so zu sagen was da passiert.
00:02:22: Auf der anderen Ebene mindestens genauso wichtig ist ja auch eine Trennung von den Eltern vorhanden.
00:02:30: Das kann häufig zu Bindungsproblemen führen oder den Bindungsaufbau sozusagen unterbrechen.
00:02:36: Normalerweise würde das Baby ja nach der Geburt einfach mit nach Hause kommen, ganz viel bei der Mama sein beim Papa sein, viel Haut-zu-Haut Kontakt da sein was einen sicheren Bindungenaufbau fördern würde.
00:02:47: Das ist durch diese Aufenthalte auf der Intensivstation und dadurch die Trennung natürlich oftmals nicht gegeben.
00:02:53: Und man muss auch dazu sagen dass Gehirn von Säuglingen von kleinen Kindern extrem plastisch.
00:03:00: Früher Erfahrungen machen auch einfach einen großen Einfluss, haben den großen Einfluß und wirken auch besonders stark.
00:03:07: Wenn man jetzt sagt okay also nur diese erste Phase die kann man ja auch nicht... Da hat man ja wenig Einfluchs drauf.
00:03:13: so aber kann man denn all das irgendwie ausgleichen?
00:03:18: oder bleibt dieses Ja diese Anfangssituation?
00:03:23: bleibt die irgendwie gespeichert?
00:03:24: Also eine bewusste Erinnerung daran gibt es ja nicht.
00:03:27: Aber bleibt halt trotzdem was zurück.
00:03:30: Ja, also man kann auf jeden Fall schon sagen dass das Trauma an sich gespeichert wird.
00:03:35: Dazu sollte man vielleicht auch erst mal nochmal kurz erklären was ein Trauma eigentlich ist.
00:03:38: per Definition.
00:03:40: Also ein Traum gilt als überwältigendes Ereignis Dass die psychischen Bewältigungsmöglichkeiten erstmal übersteigt und auch oft mit Hilflosigkeit dem Gefühl von Kontrollverlust Und gegebenenfalls auch Todesangst
00:03:51: einhergeht.
00:03:53: Das könnte man ja schon sagen es hier auf jeden fall der Fall.
00:03:58: Babys können ja noch nicht sprechen und haben auch die ganze Sprachentwicklung noch nicht durchgemacht.
00:04:03: Deswegen nennt man das dann präverbales Trauma,
00:04:06: d.h.,
00:04:06: es wird eher auf einer körperlich emotionalen Ebene gespeichert also eben im Nervensystem zum Beispiel und auch im Bindungssystem aber es kann eben nicht wirklich verbal verarbeitet werden.
00:04:19: Also man kann schon sagen ist nicht wirklich bewusst abrufbar, aber eine Spur bleibt immer bestehen.
00:04:28: Also im Sinne von Emotionen und Gefühlen.
00:04:32: Und kann man das ... Ich meine die Situation, die kann man ja nur bedingt beeinflussen.
00:04:38: Das Kind braucht eben einfach einen gewissen Grad in medizinischer Versorgung.
00:04:43: Es braucht diese OP, es braucht auch die Trennung um entsprechend medizinisch versorgt zu werden.
00:04:49: Aber kann man in dieser Situation besonders als Eltern vielleicht auch was tun, um das abzumildern?
00:04:56: Was da passiert.
00:04:57: Ja also das kann man auf jeden Fall.
00:05:00: Eltern sind ja erstmal für das Neugeborene oder für das Baby die wichtigsten Stress- und Emotionsregulatoren.
00:05:05: Also das Baby kann das ja selber noch nicht und dementsprechend ist es einfach wichtig zu versuchen so viel wie möglich wirklich beim Kind zu sein, also auch auf der Intensivstation.
00:05:16: möglichst viele Berührungen einfach... sprechen mit dem Kind einfach möglichst viel wirklich anwesend sein, möglichst viel Haut-zu-Hautkontakt.
00:05:25: Das ist eben für diesen Bindungsaufbau ganz wichtig und deswegen man kann das Trauma an sich oder das traumatische Ereignis an sich nicht verhindern.
00:05:33: also es ist ja dann auch schon... Es ist soweit, es ist dann schon passiert.
00:05:37: Aber man kann auf jeden Fall versuchen zu verhindern, dass eine posttraumatische Belastungsstörung entsteht.
00:05:42: Also es bekommt ja auch nicht jeder Mensch der ein traumatisches Erlebnis hat in seinem Leben auch eine postraumatische Belastungsstörung sondern viele können ja auch gut damit umgehen.
00:05:51: Es gibt Zahlen die sagen das in Deutschland ungefähr siebzehn bis sechsundzwanzig Prozent aller Menschen mal ein traumatisches Erlebnes durchmachen müssen.
00:06:00: aber davon entwickeln wiederum auch nur in Anführungszeichen vier bis zwölf Prozent dann eine postraumatliche Belastung Störung Und bei medizinischen Eingriffen sind es ungefähr zehn Prozent.
00:06:11: Jetzt sind.
00:06:12: also aus meiner Erfahrung rund um die Krankenhauszeit, sind die Kinder ja häufig stark sediert und man kriegt all das nicht so mit und dann kommen sie nach Hause nach dieser Zeit.
00:06:25: Wie äußert sich denn da dieses Trauma?
00:06:28: Also was ist das, was man häufig erlebt mit Kindern, die danach so eine Situation nach Hause kommen?
00:06:35: Also das kommt natürlich auch immer ein bisschen auf das Alter der Kinder dann an, wenn wir jetzt mal wirklich auf die ganz Kleinen schauen.
00:06:41: Man kann sich das zeigen in wirklich extrem viel Schreien und die Kinder lassen sich auch wirklich nicht beruhigen.
00:06:48: Schlafprobleme eine sehr hohe Reizempfindlichkeit also eine große Schreckhaftigkeit.
00:06:55: später kann es sich dann auch zeigen indem die Kinder zum Beispiel versuchen dieses erlebte Ereignis in der Art Spiel immer wieder zu thematisieren, also die spielen dann irgendwas was zu tun hat eben mit medizinischen Eingriffen, Krankenhaus wie auch immer.
00:07:11: Es ist aber natürlich muss man auch sagen nicht ganz leicht vielleicht auch als Eltern das dann zu unterscheiden, was es einfach normales Babyverhalten, Säuglingsbehalten und was ist vielleicht da auch schon ein bisschen drüber sozusagen?
00:07:24: Also wenn man jetzt schauen würde so die ersten vier Wochen nach so einer Operation zum Beispiel würden wir noch erstmal von der akuten Belastungsreaktion sprechen.
00:07:32: Die kann auch wieder vergehen sozusagen.
00:07:34: Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung wieder rum, kann es sein dass sie sich ein halbes Jahr später einen Jahr später und teilweise sogar erst Jahre später wirklich zeigt.
00:07:43: also man sollte dann versuchen als Eltern wenn möglich Das wirklich auch längerfristig auf dem Schirm zu haben, sozusagen und einfach weiter draufzuschauen.
00:07:52: Weil wenn die Kinder dann älter sind oder eben auch jugendlich sind zeigt sich das natürlich auch nochmal auf ganz andere Art und Weise.
00:07:59: Wenn jetzt die Eltern in dieser medizinischen Situation sehr präsent sind verbindet dann das Baby nicht diese Eingriffe und diese Belastungssituation mit den Eltern?
00:08:09: Nee Also tatsächlich nicht, das ist wirklich eher das Gegenteil der Fall.
00:08:13: Diese soziale Unterstützung durch die Eltern ist eigentlich der allerwichtigste Schutzfaktor auch vor einer Entwicklung von der posttraumatischen Belastungsstörung.
00:08:23: also da sollte man keine Angst haben sozusagen als Eltern dass man dann damit irgendwie verbunden wird sondern es ist eher wirklich das Gegenteil der Fall
00:08:32: Weil ich habe das so und so auch gehört.
00:08:33: So, nee bleiben Sie auf jeden Fall da!
00:08:35: Auch wenn wir irgendwie keine Ahnung länger schalen oder Blut abnehmen oder wie auch immer um zu beruhigen.
00:08:41: Oder auch gehen sie doch mal raus nicht dass das Kind das irgendwie mit Ihnen verbindet, dass es jetzt irgendwie keine ahnung was Unangenehmes bekommt.
00:08:48: aber dann würden sie sagen also wenn man selber aushalten kann auf jeden fall dabei bleiben.
00:08:51: Ja, also ich glaube es ist wichtig und das ist natürlich auch insgesamt einfach ganz wichtig für alle Eltern halt möglichst feinfühlig mit dem eigenen Kind umzugehen.
00:08:59: Also man muss natürlich irgendwie versuchen... Man kann jetzt sage ich mal aus der Forschung oder aus der Erfahrung das und das sagen aber es kann natürlich trotzdem sein dass es für das eigene Kind oder die eigene Familie einfach anders ist wenn man irgendwie merkt oder das Gefühl hat Ja, dass das Kind dann eben vielleicht vor der Mama selber so ungefähr Angst bekommt.
00:09:17: Da muss man vielleicht versuchen dann den anderen Weg zu finden.
00:09:20: aber ich denke grundsätzlich kann man auf jeden Fall sagen, dass Eltern und die Anwesenheit von Eltern da der größte Schutzfaktor eigentlich eher sind.
00:09:29: Okay.
00:09:30: Dann gehen wir nochmal zurück.
00:09:31: genau also wenn man zu Hause ist und merkt, das Kind ist irgendwie über die Maßen unruhig.
00:09:36: Wobei ich mich da auch frage, macht es überhaupt einen Unterschied?
00:09:39: Ob es dann die Traumasituation ist oder die Trauma-Folge?
00:09:43: Oder ob ich einfach ein Schrei-Baby zuhause habe?
00:09:45: Wahrscheinlich sind die Beruhigungsmechanismen ja dieselben, oder?
00:09:50: Ja!
00:09:50: Die Beruhigungsmechanismen sind erstmal dieselben.
00:09:53: Deswegen ist es auch glaube ich ganz schwierig, dass wirklich bei Säuglingen schon richtig zu erkennen Wirklich wichtig, dass man das langfristig wie gesagt auf dem Schirm behält.
00:10:05: Weil bei Säuglingen könnte man jetzt auch
00:10:08: am Anfang nicht wirklich
00:10:09: viel anderes eigentlich machen.
00:10:12: Bei älteren Kindern die dann vielleicht noch mal weitere OPs haben löst das da nochmal was aus.
00:10:19: also sie werden sich ja auch nicht aktiv an die Krankenhauszeit im Säublingsalter erinnern.
00:10:26: aber kommt da dann nochmal etwas hoch durch Gerüche oder durch irgendetwas so?
00:10:31: Unterbewusst
00:10:32: abgespeichert ist?
00:10:33: Ja, also da kommen wir eigentlich auch schon direkt so ein bisschen rein in diese typische Traumasymptomatik sag ich jetzt mal.
00:10:39: Die Krankenhausaufenthalte oder einfach die... eben wie Sie gerade selber schon gesagt haben, die Gerüche, Geräusche der Ort selber.
00:10:47: Das können alles einfach Trigger sein.
00:10:50: Also sagt man ja auch oft so im Umgangssprachlichen mittlerweile das Wort Trigger wird er sehr häufig verwendet.
00:10:55: aber das kann eben einfach das Ganze wieder hochholen.
00:10:58: Wie gesagt es ist ja auf einer emotionalen körperlichen Ebene schon gespeichert Und da kann es dann einfach zu Flashbacks kommen, also eben wenn man das Krankenhaus zum Beispiel wieder betritt.
00:11:07: Dass da einfach irgendwelche Erinnerungsfragmente vermeintliche Erinnerungspragmente wieder hochkommen können gerade wenn die Kinder ja auch irgendwie reoperiert werden müssen und dann vielleicht schon ein bisschen älter sogar sind, wenn das passiert Da entstehen ja dann wirklich richtige Erinnerungen Und das kann das Ganze einfach immer wieder loslösen, also auch zum Beispiel starke Angstreaktionen auslösten.
00:11:32: Einfach übermäßige Angstreakzonen, dass man Angst hat wenn wieder eine Operation ansteht,
00:11:37: z.B.,
00:11:37: das ist ja auch total normal und auch erwartbar aber so übermäßigen Angstrektionen oder auch Vermeidung, also ein komplettes Versuch zu vermeiden, über das Thema zu sprechen und auch Gedanken zu verdrängen die irgendwie was damit zu tun haben.
00:11:55: Das sind zum Beispiel so Sachen die dann eben im Kontext mit wieder einem erneuten Klinikaufenthalt oder so hoch kommen
00:12:01: könnten.
00:12:03: Können Ärztinnen- und Pflegepersonal da irgendwie entgegenwirken?
00:12:09: Oder ist es einfach die Situation wie sie ist?
00:12:15: Also einerseits ist die Situation natürlich, wie sie ist.
00:12:18: Auf der anderen Seite kann man ab einem gewissen Alter bei Kindern zumindest schon versuchen da dagegen zu steuern oder zumindest unterstützen zu wirken.
00:12:28: Einmal natürlich dadurch dass man einfach auch das Kind mitnimmt in die Aufklärung.
00:12:33: Natürlich unbedingt in eine kindgerechten Art.
00:12:35: irgendwie mit Büchern und Modellen gibt es sehr verschiedene Möglichkeiten aber es ist schon wichtig zu versuchen dem Kind dann das Gefühl zu geben dass nicht andere über deinen Körper entscheiden.
00:12:46: Also so eine gewisse Form von Kontrolle wieder zurückzugeben, weil das ja auch mit einer der größten Faktoren eben ist was diese posttraumatische Belastungsstörung uns auslösen kann und man kann zum Beispiel versuchen so kleine Minivalmöglichkeiten zu geben.
00:13:03: also sei es nur irgendwie willst du erst den rechten oder den linken Arm oder wie willst du dich hinlegen?
00:13:10: So kleinste Kleinigkeiten, die einfach so versuchen das Gefühl von einer Hilflosigkeit und diesem Ausgeliefertsein ein bisschen zu verbessern.
00:13:19: Okay Wie zeigt sich denn dann über die weitere Kindheit eventuell?
00:13:26: Also ich stelle mir tatsächlich auch vor je kleiner das Kind ist, desto schwieriger ist es sichtbar oder spürbar.
00:13:34: aber wie zeigt sich im weiteren Verlauf der Kindheit dass mein Kinder vielleicht ein Thema haben könnte also Sowohl im Sinne eines Traumats als auch, wie Sie jetzt sagen die posttraumatische Belastungsstörung.
00:13:49: Also ein paar Symptome habe ich ja eben vorher schon genannt dieses typische Wiedererleben Flashbacks Albträume wenn irgendwie das kennt sehr oft träumt von irgendeinem Kontext der mit den Herzoperationen zu tun hat.
00:14:03: dann wie gesagt diese starken Angstreaktionen in Zusammenhang mit medizinischen Kontrollen Vermeidung, wenn man merkt, das Kind will gar nicht darüber sprechen.
00:14:12: Und verdrängt auch irgendwelche Gedanken daran.
00:14:16: Es gibt aber eine andere Richtung auf der emotionalen Ebene Rückzug.
00:14:22: Eine Teilnahmslosigkeit insgesamt, so eine gedämpfte Stimmung insgesamt.
00:14:28: Auch oft bei Kindern diese typischen körperlichen Symptome wie Bauchschmerzen oder Kopfschmerz, die vielleicht eigentlich gar keinen ... körperlichen Grund haben, sondern eher einer psychosomatischen Natur sind und auch so eine Übererregung.
00:14:43: Einfach ein ganz angespanntes Kind was extrem schreckhaft ist nicht gut schlafen kann sich nicht konzentrieren kann.
00:14:51: das sind so Sachen.
00:14:52: und dann es gibt ja diese typische Stressreaktion Fight Flight Freeze und Fawn gibt es ja auch noch und Forn also Fight Flight und Freeze kennen glaube ich auch die meisten.
00:15:03: Und vorn ist eben eine Reaktion, bei der man in so ne Überangepasstheit reinkommt.
00:15:08: Also dieses Gefallenwollen, dieses wie man jetzt ja auch oft sagt people pleasing also so ein ganz braves Kind was einfach nicht noch mehr Belastung machen will, was die Eltern nicht zusätzlich belasten will und was immer ganz brav und zurückhaltend ist das kann zum Beispiel auch einen Hinweis darauf sein.
00:15:29: Woher weiß ich jetzt als Elternteil?
00:15:34: Also, im Zweifelsfall ist mein Kind direkt nach der Geburt in diesem medizinischen Kontext und dann kommt es nach Hause.
00:15:41: Und ich kenne's ja nur so!
00:15:43: Also woher weiß ich denn jetzt?
00:15:45: Ist das der Charakter meines Kindes?
00:15:47: wenn das jetzt eher zurückhaltend ist oder vielleicht auch ängstlich angepasst, das ist jetzt als Elternteil auch nicht unbedingt.
00:15:59: Also woher weiß ich denn?
00:16:01: liegt da ein Problem vor?
00:16:02: oder hat mein Kind da irgendwie einen Aufarbeitungsbedarf?
00:16:07: Oder ist es einfach Charakter?
00:16:11: Das ist sicherlich auch nicht immer ganz leicht zu unterscheiden aber woran man sich so ein bisschen sag ich mal, langhangeln kann als Eltern vielleicht ist einmal so die Dauer und Intensität dieser Symptome.
00:16:21: Also glaube man hat da als Eltern dann auch schon ein Bauchgefühl irgendwie und ein ganz gutes Gefühl ob das vielleicht einfach eben der Charakter ist oder auch einfach meine Stresssituationen von Kindergarten, Schule was auch immer oder ob das einfach schon eine übermäßige Reaktion ist.
00:16:39: Auch eben diese Themen wie so starke Vermeidung, wenn es um die Krankheit geht zum Beispiel.
00:16:46: Und auch extreme emotionale Reaktionen also eine extreme Ängstlichkeit, eine extreme Zurückgezogenheit das sind schon Anzeichen dass da vielleicht was nicht in Ordnung sein könnte und das sollte dann schon auch wenn möglich durch ein Kinder- und Jugendpsychologe
00:17:00: oder Psychotherapeutin
00:17:02: abgeklärt werden.
00:17:03: Okay würde sowas jetzt in der Untersuchung auffallen?
00:17:09: Das kommt, glaube ich ganz auf den Arzt oder die Ärztin an.
00:17:12: Also wahrscheinlich ehrlich gesagt eher nicht.
00:17:15: Ich glaube das kann man besser als Eltern tatsächlich beurteilen wenn man es einfach länger im Blick auch hat.
00:17:22: Das heißt man muss es aktiv angehen sich da dann Unterstützung zu holen?
00:17:25: Ich glaube in den meisten Fällen schon.
00:17:27: Es gibt sicher auch Kinderärzte und Kinderärztinnen die das mehr auf dem Schirm haben aber oftmals geht sowas ja doch auch im medizinischen Alltag irgendwie unter.
00:17:38: Jetzt hatten wir vorhin noch das Bindungsverhalten angesprochen, dass ja auch gestört sein kann durch eben diese frühe Trennung von den Eltern oder speziell auch von der Mutter.
00:17:48: Wie würde sich das dann äußern?
00:17:50: Also sagen wir mal bei Säuglingen, bei Kleinkindern und bei Schulkindern wie was würde man da sehen
00:17:59: Also bei kleineren Kindern, also bei ganz kleinen Kindern und bei Säuglingen ist es auch wieder schwierig zu beurteilen.
00:18:05: Aber bei Kindern die schon wirklich irgendwie interagieren und vielleicht sogar eben auch sprechen können dann gegebenenfalls schon kann sich das auf verschiedene Art und Weisen zeigen.
00:18:15: Es gibt ja verschiedene Bindungstile.
00:18:17: Der sichere Bindungstil ist natürlich der Optimale, den wir uns alle irgendwie auch wünschen würden.
00:18:22: Aber gerade wenn Kinder so in dem Alter von null bis fünf Jahren von den Eltern getrennt sind eben gegebenenfalls durch mehrere Operationen das es halt ein sehr sensibles Zeitfenster wo sich dieses Bindungssystem und dieses Bündungsprogramm vom Kind sozusagen aufbaut.
00:18:39: Und man kann es merken indem das Kind entweder zum Beispiel einen sehr ängstlichen Bindungstil hat also extrem klammert sich selber gar nicht beruhigen kann, sondern immer nur von der Mama oder vom Papa oder anderen Bezugspersonen beruhigt werden kann.
00:18:54: Das ist das eine Extrem und das andere Extrem wäre eher so ein vermeidender Bindungstil also dass das Kind sich sehr stark zurückzieht auch gar nicht versucht bei... bei Bindungspersonen oder Bezugspersonen sich beruhigen zu lassen, sondern versucht es alles sehr stark mit sich selber auszumachen.
00:19:11: Wo ist eigentlich eine normale Reaktion wäre?
00:19:13: Dass das Kind vielleicht Trost bei der Mama sucht oder sowas... Dann gibt es auch noch so ein ambivalentes Verhalten und ein desorganisiertes Bindungsverhalten.
00:19:22: Also bei einem ambivalenten Verhalten wäre das immer eher ein bisschen hin- und her, sozusagen aus Balken.
00:19:27: Und bei einem desorganisierten Bindung verhalten ist der, der wirklich oft mit posttraumatischen Belastungsstörungen dann anhergeht... ist einfach keine Struktur erkennbar.
00:19:37: Da, glaub ich, merkt man als Eltern auch, dass irgendwas nicht wirklich passt.
00:19:43: Wenn das Kind extrem emotional erregt ist oder eben Angst hat oder total traurig ist und es kind sich gar keine Hilfe oder gar keinen Trost bei den Eltern sucht ... Das ist ja vielleicht ein Warnzeichen irgendwie.
00:20:00: Und auch grundsätzlich... worauf man grundsätzlich auch schauen kann, sind einfach Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation.
00:20:07: Also wenn man da das Gefühl hat, dass eigene Kind kann Emotionen irgendwie selber gar nicht regulieren, kann das schon auch ein Hinweis sein.
00:20:16: Okay!
00:20:17: Das sind jetzt Dinge die auf das Trauma zurückzuführen sind.
00:20:21: oder sind es auch schon Dinge mit der posttraumatischen Belastungsstörung einhergehen?
00:20:27: Ich würde sagen sowohl als auch... Also eine posttraumatische Belastungsstörung ist ja auch wirklich eine psychische Diagnose.
00:20:33: Also dafür müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein.
00:20:36: Sagen wir vielleicht mal ganz kurz, was das ist und wie unterscheidet sich das?
00:20:43: Wir hatten es am Anfang gesagt, sie haben gesagt nicht jedes Trauma löst das aus aber... Was ist es, was es auslöst und wie definiert es sich?
00:20:55: Also was ist es, was das auslöst?
00:20:57: Das ist erstmal eine große Frage.
00:20:59: Weil da spielen wirklich ganz viele Faktoren mit rein.
00:21:01: also wie gesagt wir haben ja einmal dieses traumatische Ereignis, was wir vorher schon definiert haben Das ist ja bei jedem Kind, sag ich jetzt einfach mal da gewesen.
00:21:11: Und ob es dann wirklich zu einer posttraumatischen Belastungsstörung kommt?
00:21:15: Das hängt einmal an biologischen Faktoren also zum Beispiel auch in der eigenen Genetik.
00:21:19: wenn in der Familie schon eine postraumatische Belastung Störung bekannt war
00:21:23: z.B.,
00:21:24: das Risiko auf jeden Fall auch erhöht.
00:21:27: Dann hängt es auch ganz stark ab von von der Dauer und der Intensität des traumatischen Ereignisses selber.
00:21:35: Es hängt ab, von dem Gefühl von Hilflosigkeit und Kontrollverlust wie stark sind diese Gefühle eben ausgeprägt.
00:21:42: dann die soziale Unterstützung also eben Bindung, wie viel Bindung war möglich mit den Eltern?
00:21:47: Wie viele soziale Unterstützungen war da.
00:21:49: was vielleicht auch noch ganz spannend ist das Eltern ja natürlich selber auch unter einer ganz krassen Belastungssituation stehen Teilweise auch bei Eltern zu einer posttraumatischen Belastungssymptomatik kommen.
00:22:01: Also da gibt es auch Studien, gerade wenn der Herzfehler davor vielleicht noch nicht bekannt war, dass die Eltern selber eben eine postraumatische Belastung vielleicht nicht unbedingt wirklich die Störung aber zumindest eine postraumatische Belastungssymtomatik entwickeln oder eine ganz große Angst, die schon Richtung Angststörungen geht und auch depressive Symptome.
00:22:23: Auch dazu gibt es Studien, die zeigen das Eltern, die selber psychische Probleme eben entwickelt haben.
00:22:29: Dass das Risiko beim Kind dann tatsächlich auch höher ist.
00:22:33: Deswegen ist natürlich auch ganz wichtig dass Eltern da auch selber auf sich achten und sich gegebenenfalls halt auch Unterstützung und Hilfe holen einfach um sowohl für sich selber zu sorgen, als auch für das Kind besser zu sagen.
00:22:45: Also mit einer posttraumatischen Belastungsstörung ist es eben so dass die Symptome mindestens vor vier Wochen anhalten müssen.
00:22:52: Es muss auch Minimum ein Monat vergangen sein seit dem traumatischen Ereignis weil sonst ist es erst mal eine akute Belastung Reaktion und es müssen die Symtome gegeben sein wie ich vorher schon genannt habe eben wie dieses Wiedererleben Flashbacks Albträume auch Vermeidung und emotionale und körperliche Reaktionen.
00:23:15: Also diese extreme Übereregtheit, z.B.
00:23:17: Schlafprobleme und emotionalen Teilnahmslosigkeit, Rückzug, diese Sachen.
00:23:22: Genau!
00:23:22: Und es kann aber natürlich auch sein dass einfach einzelne Symptome davon hoch kommen und dann ist es vielleicht nicht per Definition eine posttraumatische Belastungsstörung, aber es ist trotzdem eine postraumatische Belastungssymptomatik die sich zeigt und auch die ist behandlungsbedürftig.
00:23:40: Kann man das dann bei Kinder, also kann man es generell behandeln?
00:23:44: Oder kann man das auflösen oder bleibt immer was davon zurück.
00:23:48: Also auflösend würde ich sagen, kann man's nicht!
00:23:53: Es ist einfach ein prägender Einschnitt im Leben gewesen und das ist per se ja eben eigentlich auch mal nichts Schlimmes.
00:24:02: Also, man kann damit ja einen Umgang finden oder viele Leute finden auch einen Umgang damit und es gibt auch viele Therapieformen die da sehr unterstützend sind.
00:24:12: Man kann das auf jeden Fall schaffen auch mit einer postraumatischen Belastungsstörung also selbst eben mit dem Störungsbild ein gutes Leben zu führen, eine gute Lebensqualität zu haben und da wieder rauszukommen sage ich mal.
00:24:24: Aber man sollte wenn möglich halt aufpassen dass es sich nicht chronifiziert und deswegen wäre es gut
00:24:30: so früh
00:24:31: wie möglich einfach zu versuchen eben über den Kinder- und Jugendtherapeuten vielleicht anzufangen daran zu arbeiten.
00:24:38: Okay aber das ist auch schon in einem jungen Alter möglich?
00:24:41: Ja!
00:24:44: Und kann es kann, mit Sicherheit.
00:24:50: Aber ist es häufig oder ja also erleben Sie das häufiger?
00:24:57: Dass erst Jugendliche oder Erwachsene irgendwie merken.
00:25:02: ich habe da noch ein Thema offen und ich dachte irgendwie okay diese OP liegt jetzt weiß ich nicht, achtzehn, fünfundzwanzig, vierzig Jahre zurück.
00:25:12: Jetzt beschäftige ich mich aber damit noch mal und ich merke, ich habe da noch ein Thema passiert ist.
00:25:17: Ja also das passiert auf jeden Fall.
00:25:19: es ist sogar relativ häufig dass eben bei so posttraumatischen Belastungsstörungen sich die Symptome auch teilweise wirklich Monate teilweise Jahre teilweise Jahrzehnte später irgendwie zeigen.
00:25:31: Ich glaube das ist jetzt auch nochmal ganz generationsabhängig, sag ich mal auch so ein bisschen.
00:25:36: Also wir merken auch, wir haben ja eine Studie zum Beispiel durchgeführt ebenso posttraumatischer Belastungssymptomatik bei den Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern das heißt die ja Minimum jetzt schon achtzehn Jahre alt sind und ich glaube der älteste war irgendwie achtzig oder so.
00:25:54: Und da merkt man einfach dass gerade die Älteren vor allem Männer sage ich jetzt Mal auch oft in so einem Funktionieren eben drin waren ihr ganzes Leben.
00:26:04: Und wenn dann später irgendwann mal der Punkt kommt, wo man zur Ruhe kommt, dann zeigt sich oft so was zum Beispiel.
00:26:10: Oder auch wenn wir dann haben gehabt dass wir eben diese Fragebögen verteilt haben zu der posttraumatischen Belastungssymptomatik und viele sich da auf einmal total wiedererkannt haben aber davor gar nicht richtig hinterfragt haben ob das vielleicht nicht einfach irgendwie normal ist also die waren natürlich belastet im Endeffekt ihr ganzes Leben
00:26:31: nicht, also genau
00:26:32: kann es nicht anders.
00:26:34: Genau und deswegen kann es auf jeden Fall auch sein dass sich das tatsächlich erst später irgendwie äußert.
00:26:47: Ihr Lieben, eine kurze Werbung in eigener Sache.
00:26:50: Dieser Podcast wird zu einhundert Prozent von den Kinderherzen finanziert und ist damit nur eines von vielen Projekten mit dem sich die Stiftung für Forschung und Therapie für herzkranke Kinder und ihre Familien einsetzt.
00:27:01: Regionale Niederlassungen an drei großen deutschen Kinderherzzentren setzen sich auf verschiedenste Art und Weise dafür ein das Leben herzkranker Kinder zu verbessern, zu verlängern und Herzfehler in Zukunft noch besser behandeln zu können.
00:27:14: Um unseren Kindern weiterhin diese großartigen Chancen zu ermöglichen, ist der Kinderherzenev neben dem Einsatz vieler Ärztinnen und Forschenden vor allem auf eines angewiesen.
00:27:24: Eure Spenden!
00:27:25: Wenn ihr also diesen Podcast gerne hört, er euch hilft und ihr auch anderen Herzkindern und ihren Familien helfen möchtet, denkt doch wenn ihr das nächste Mal etwas Geld übrig habt oder ein Geburtstag ansteht und ihr nicht wisst was ihr schenken sollt.
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00:27:40: Damit helft ihr nicht nur Kindern wie unseren – Ihr könnt die Spende durch einen Spendenbeleg auch steuerlich absetzen.
00:27:46: Weitere Infos und einen Spendennlink findet ihr in unseren Shownotes oder unter www.kinderherzen.de.
00:28:04: Was macht denn den Unterschied aus Ihrer Sicht, ob es ein einfaches Trauma bleibt?
00:28:14: Es ist belastend.
00:28:15: Man hat vielleicht auch für sein Leben lang einen Thema mit Spritzen aber ansonsten kommt man im Alltag gut klar.
00:28:23: oder es wird wirklich eine posttraumatische Belastungssteuerung daraus.
00:28:26: was sind da die Feinheiten, die den Unterschied machen?
00:28:30: Auch das ist wieder ein sehr komplexes Thema.
00:28:32: Also insgesamt wirklich Traumaposttraumatische Belastungssteuerung ist ein extrem komplexer Thema, aber die Schutzfaktoren,
00:28:41: die wir gefunden
00:28:42: haben und die auch allgemein bekannt
00:28:44: sind,
00:28:44: die eben eher verhindern dass es zu einer posttraumantischen Belastungstörung kommt und eher einfach ja so... Das Trauma war da!
00:28:52: Aber man kann damit gut umgehen und gut leben.
00:28:55: Ist der größte Schutzfektor eben wie gesagt diese soziale Unterstützung.
00:28:59: Also das gilt sowohl für diese Bindungsthemen mit irgendwie Eltern und Babys, aber auch die soziale Unterstützung für die Eltern.
00:29:07: Also haben die Eltern viel soziale Unterstützungen gehabt zum Beispiel in der Zeit eben.
00:29:12: es gibt ja gegebenenfalls auch Geschwisterkinder
00:29:14: z.B.,
00:29:15: die dürfen ja auch nicht hinten runterfallen.
00:29:18: wer passt auf die auf so dass die Eltern vielleicht auch viel eben in der Klinik sein können.
00:29:23: allgemein dieses ganze Thema Sozialunterstützung ist Ganz ganz wichtig, dann gibt es ja auch noch Konstrukte wie Resilienz zum Beispiel.
00:29:31: Also Resilience kann auch ein großer Schutzfaktor sein das ist ja sozusagen die psychische Widerstandsfähigkeit.
00:29:37: aber jetzt nicht im Sinne von dass man total dagegen hält wenn irgendwas passiert sondern eher wie so einen Baum der sich im Wind irgendwie biegt und dann aber trotz des Sturmes schafft stehen zu bleiben und wieder zurück kommt.
00:29:49: und Resiliens kann auch eine große Schutzfakte sein, dann das Thema Krankheitsidentität.
00:29:57: Also ich spring jetzt total... Ich weiß nicht,
00:29:58: ob es jetzt
00:29:59: so gut ist?
00:30:00: Ja ja,
00:30:00: also könnte es später nochmal aufgreifen wenn da noch was offen ist.
00:30:05: Das Thema Krankheit Identität ist auch ein ganz interessantes Thema, was wir auch schon viel untersucht haben.
00:30:13: Es gibt vier verschiedene Dimensionen an der Krankheits- identität.
00:30:17: Insgesamt beschreibt die Krankheits Identität die Möglichkeit wie man seine Krankheit in das Selbstbild integriert hat.
00:30:25: Und es gibt einfach Leute, die schaffen das sehr gut zu integrieren entweder in Form von Akzeptanz oder sogar – das ist sozusagen noch eine Stufe drüber – Enrichment nennt sich das in der Krankheitsidentität.
00:30:37: Das heißt dass man versucht aus der Erkrankung sogar einen Sinnstiften des Lebens zu machen und einen Sinn darin zu finden.
00:30:45: Und die anderen Dimensionen sind eben Rejection, also Vermeidung das Wektor nicht beschäftigen wollen oder im negativsten Fall sozusagen sogar Engulfment.
00:30:57: Das bedeutet, dass man komplett vereinnahmt ist von der Erkrankung und da sind diese beiden positiven Dimension in Akzentanz und Enrichment sind zum Beispiel auch große Schutzfaktoren.
00:31:10: Warum man jetzt aber die eine oder andere Krankheitsidentität entwickelt?
00:31:14: weiß ich ehrlich gesagt nicht, das ist glaube ich auch noch nicht wirklich bis ins Detail erforscht.
00:31:18: Da müsste man ja wirklich Langzeitstudien irgendwie mal machen.
00:31:23: Genau also spielen ihn wirklich ganz viele Faktoren damit rein wie ich vorher auch schon gesagt habe.
00:31:28: eben die eigene Genetik zum Beispiel auch kann dazu beitragen wie der ganze restliche Lebensweg läuft, die Muster die man sich dann selber als die Gedankenmuster die Man sich selbst als Kind auch aneignet Also da spielt einfach wahnsinnig viel mit rein.
00:31:43: Wie beeinflusst das Trauma im späteren Verlauf?
00:31:50: Wenn man sagt, in der Kindheit ist es vielleicht nicht so wahnsinnig auffällig.
00:31:54: Aber gerade die Fälle, die Sie jetzt gesagt haben beschäftigt sich später noch mal damit.
00:31:59: Also Menschen, die eine frühe Trauma-Erfahrung gemacht haben und jetzt gerade in dem medizinischen Kontext ... Ich weiß gar nicht!
00:32:06: Die Ursache verändert sie in irgendeiner Art und Weise die Symptomatik.
00:32:11: Also ob ich jetzt, sag' ich mal eine Fluchterfahrung habe oder eine medizinische Traumaerfahrung verändert das was?
00:32:19: Das kann schon auf jeden Fall verändern sein beziehungsweise es ist ja prägend für die Symptome selber also eben die Flashbacks und so weiter.
00:32:28: Die Albträume, die kommen, die Trigger auch die gegebenenfalls da sind.
00:32:31: Also das kann auf jeden fall schon eine Rolle spielen.
00:32:33: aber am Ende sind trotzdem die gleichen Symptomengruppen sage ich mal Okay,
00:32:40: also wie wenn ich jetzt keine Ahnung ein unaufgearbeitetes Trauma habe oder vielleicht auch wenn es sich da unterscheidet eine posttraumatische Belastungsstörung.
00:32:51: Wie würde mein Leben aussehen?
00:32:53: Also im Bereich Arbeit soziales Beziehungen und so weiter.
00:33:01: Genau bei jungen Erwachsenen ist es tatsächlich so.
00:33:04: das zeigt sich... oft in verschiedenen Dimensionen.
00:33:08: Ich kann es jetzt gar nicht so klar unterscheiden im Sinne von eben Arbeit, Soziales.
00:33:12: grundsätzlich zeigt sich das zum Beispiel indem man eine besondere Körperwahrnehmung hat.
00:33:18: also entweder hat man oft so eine erhöhte Interrozeption, das heißt man achtet halt sehr stark immer auf den eigenen Körper.
00:33:26: Wenn der Puls beim Treppensteigen irgendwie auf einmal hochschnellt dass man da einfach sehr sehr stark darauf achtet und sich daraus gegebenenfalls vielleicht sogar so eine richtige Panik hoch schaukeln kann.
00:33:36: Eine andere Form von der besonderen Körperwarnemone ist jetzt einfach mal in dem Fall es dass man eigentlich gar keine Beziehung zu seinem Körper hat also dass man eher so ne Abspaltung sozusagen von den eigenen körperlichen Empfindungen entwickelt hat.
00:33:51: Das kann zum Beispiel auch sein.
00:33:53: Dann hat es, oder kann es auch haben einen großen Einfluss auf das Selbstbild also einfach immer dieses Gefühl so ein bisschen anders zu sein als andere.
00:34:02: Das kann natürlich eben durch die Narben auch noch vergrößert werden oder eben durch Leistungsunterschiede wie wir gerade schon gesagt haben.
00:34:12: Dann dieses Thema mit der Krankheitsidentität, das haben wir ja gerade auch schon besprochen.
00:34:18: Das spielt da eben auch einfach eine ganz große Rolle.
00:34:20: wie weit habe ich es in überhaupt geschafft diese Krankheit zu integrieren?
00:34:24: Wenn ich eben eine posttraumatische Belastungsstörung habe, habe ich das wahrscheinlich nicht gut geschafft das irgendwie zu integieren.
00:34:32: Außerdem kann es auch noch sein, dass man eventuell sogar eine begleitende Angststörung oder eine begleichende Depression entwickelt hat.
00:34:38: Das sind ganz häufige Komorbiditäten die auch oft dann gar nicht so leicht abzugrenzen sind von der posttraumatischen Belastungsstörung.
00:34:45: Oder im Bezug auf einfach irgendwie ja romantische oder feste Beziehungen sag ich jetzt mal entstehen halt oft einfach Unsicherheiten.
00:34:55: also Einmal wegen einer eventuell ja vielleicht auch Bindungsproblematik aus dem Kindesalter noch, kann es eben sein dass ich ein ganz klammernder Partner werde oder eine ganz vermeidende Partnerin bin zum Beispiel.
00:35:06: Oder mir einfach schwer tut die für Beziehungen irgendwie einzugehen.
00:35:11: Gerade bei Frauen mit angeborenen Herzfehlern, die auch ja vielleicht dieses Trauma nicht wirklich verarbeitet haben ist auch oft einfach ne ganz große Angst, also eine große Angst einerseits.
00:35:23: Dass der Herzfehler vererbt werden könnte wobei das an den meisten Fällen sehr gering ist und auch eine ganz große Angst vor der Belastung nicht standhalten zu können oder dass man selber eventuell das eigene Kind gar nicht aufwachsen sehen könnte.
00:35:37: Also je nachdem wie groß die Angst da eben bei einem selber auch ist kann das zum Beispiel auch noch Rolle spielen.
00:35:44: genau aber auch wichtig vielleicht nochmal an der Stelle zu sagen ist dass die meisten Patienten mit angeborenen Herzfehlern auch keine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln.
00:35:53: Also in der Studie, die wir durchgeführt haben, hatten wir eben nach postraumatischen Belastungsymptomen gefragt.
00:36:00: also wir haben ja keine Diagnostik wirklich durchgeführte und da hatten dann siebzehn bis zwanzig Prozent was schon sehr also was schon eine große Zahl ist auf jeden Fall hat eine postraumatische Beleistung Symptomatik aber eben der Großteil entwickelt das auch nicht.
00:36:15: also das ist schon auch ganz wichtig dass das auch noch mal dazu zu sagen.
00:36:20: Würden Sie jetzt mit all diesen Erkenntnissen sagen, wäre es sinnvoll dass man sich auf jeden Fall einmal psychologischer Unterstützung holt und guckt ob da was aufzuarbeiten gibt?
00:36:31: oder würden sie sagen eigentlich macht es tatsächlich nur dann Sinn wenn man Symptome an sich oder dem Kind entdeckt?
00:36:38: Also ich würde sagen, wenn wir in einer anderen Welt leben würden wo die Ressourcen von Psychologen und Psychologinnen und Psychotherapeuten deutlich höher wäre auf jeden Fall ja.
00:36:47: Ich glaube in der Realität wird das wahrscheinlich nicht so einfach möglich sein.
00:36:52: aber also es gibt eben auch hier zum Beispiel auf der Station gibt sie eine Stationspsychologe.
00:36:58: Wenn man da mal den Eindruck hat irgendwie dass irgendwas sein könnte kann man da auf jeden fall das mal ansprechen.
00:37:06: Und ansonsten würde ich auch sagen, man muss es einfach beobachten.
00:37:11: Also wenn man wirklich das Gefühl hat irgendwas passt da nicht dann sollte man auch nicht zögern als Eltern sich dahilfe zu suchen.
00:37:19: weil bei psychischen Erkrankungen ist einfach alles was sich chroniziert wird natürlich wesentlich schwerer zu behandeln und umso früher man es irgendwie angeht dass so leicht er wird's auch jetzt so rein präventiv sozusagen wäre es natürlich schön wenn man das machen könnte aber ich glaube Leider sehr, sehr schwierig.
00:37:41: Wir haben jetzt ganz viel über Ängste gesprochen.
00:37:45: Was sind denn häufige Ängsten?
00:37:47: Also die man da entwickelt?
00:37:50: Also grundsätzlich davor vielleicht auch nochmal ganz kurz ängst.
00:37:53: im Allgemeinen haben wir eine funktionelle Rolle.
00:37:56: Das sind ja per se eine Schutzfunktion sozusagen für uns und für unseren Körper deswegen eigentlich auch total wichtig.
00:38:02: Problematisch werden sie dann, wenn sich z.B.
00:38:06: bei chronisch kranken Patienten eine übermäßige Angst entwickelt.
00:38:09: und es kann auch sein, dass sich einfach so eine generalisierte Angst entwickelt.
00:38:14: Es kann auch einfach sein, das man grundsätzlich sich ganz viele Sorgen macht, ganz viele Gedanken macht um alles.
00:38:21: Das ist dann eine generalisierte Angststörung sozusagen, weil man sich wirklich in allen Lebensbereichen irgendwie... Übermäßige Sorgen macht und übermäßige Ängste hat.
00:38:30: Ansonsten sind so typische Ängster eben klar, diese Vermeidung von medizinischen Settings in jedlicher Art.
00:38:40: Also das kann auch sich übertragen auf andere medizinische Settings, kann aber auch spezifisch bleiben.
00:38:44: also das ist sehr unterschiedlich.
00:38:46: dann grübeln, wirklich eigentlich oft auch eine Todesangst zum Beispiel haben.
00:38:52: Die sich auch aus so einem kleinen Herdsteuern zum Beispiel schon irgendwie rausentwickeln kann grundsätzlich einfach die Angst zu haben dass man nicht alt wird das Leben irgendwie ja nicht so verläuft wie man sich das irgendwie wünschen würde und diese Sorgenketten geben einem kurzfristig auch erstmal ein Gefühl von Kontrolle zurück weil man halt das Gefühl hat dass man alles was man kann gedanklich kontrolliert.
00:39:17: aber langfristig verstärkt das halt die Angst
00:39:20: total.
00:39:21: Und dadurch, dass dieses Kontrollgefühl zwar kurzfristig gedanklich sozusagen da ist, aber ja in der Realität nicht, verstärken sich eben die Ängste gegebenenfalls noch.
00:39:30: Es kann auch zum Beispiel zu Panikattacken kommen oder zu Paniksstörungen.
00:39:34: dann, indem einfach es hat auch oft wieder was zu tun mit dieser Gesundheitsangst, dass man einfach sehr stark auf den eigenen Körper eben achtet.
00:39:43: Und eine letzte typische Angst sozusagen sind auch oft eben noch diese sozialen Ängste.
00:39:48: Also diese Angst einfach von anderen bewertet zu werden, von anderen negativ bewertete zu werden.
00:39:55: Genau das kann auch noch eine große Rolle spielen bei den Ängsten.
00:40:00: Welche Rolle spielt ein Trauma beim Thema Therapiatherenz?
00:40:06: Das kann auf jeden Fall eine sehr große Rolle spielen, weil wir eben schon besprochen haben dass halt viele Betroffene eben dann Arztbesuche und Kontrollen usw.
00:40:14: sogar vermeiden Und einige brechen halt auch zum Beispiel die medikamentöse Behandlung und so weiter einfach zu Hause dann irgendwie ab Weil sie nichts mit der Erkrankung zu tun haben wollen im Ende also da in einer kompletten Vermeidung drin sind.
00:40:28: Und deswegen ist es glaube ich auch ganz wichtig Wenn es möglich ist, die Ärzte und Ärztinnen auch versuchen da ein bisschen einen Blick drauf zu haben.
00:40:37: Ich meine irgendwann wird der Patient oder die Patienten ja auch mal wiederkommen müssen wahrscheinlich.
00:40:42: Dass man da irgendwie versucht mal ein bisschen... Ja, sensibel zu sein und nachzufragen.
00:40:46: Oder gegebenenfalls was wir auch schon überlegt hatten ob wir das hier zum Beispiel auch einführen ist einfach so ein kurz Screening-Fragebogen zu den gängigsten psychischen Erkrankungen also Angstdepression und eben auch eine posttraumatische Belastungsstörung dass man das jedem Patienten jeder Patientin einfach kurz gibt am Anfang wenn sie kommen und die dann sozusagen rausfischt die da eventuell wo eine Gefahr besteht, dass da vielleicht was sein könnte und die dann eben auch im psychologischen Betreuung mitgibt.
00:41:18: Inwiefern spielt denn das Herz an sich ne Rolle?
00:41:21: Also die Art des Herzfehlers oder auch eben, dass es das Herz ist also wenn man weiß, da war mal was oder da is irgendwie was, dass das immer in der Tendenz ein mögliches Todesrisiko impliziert.
00:41:41: essentiell ist.
00:41:43: Ist da was dran oder auch die Art des Herzfehlers, also ob der jetzt korrigiert ist oder palliativ behandelt?
00:41:49: Macht das eine Unterschiede?
00:41:50: Also tatsächlich ist das Herz ja auch ein sehr symbolisches Organ sage ich mal.
00:41:57: deswegen hat es Herz glaube ich eben vielleicht auch wieder Kopf nochmal so ne Sonderrolle.
00:42:02: Also es ist eben nicht nur irgendwie irgendein Organ sozusagen, sondern das ist halt einfach dein Herz.
00:42:07: Es ist so ein zentraler Teil eines Menschen und hat ja auch eben viele, sag ich mal noch andere Konnotationen.
00:42:15: also eben man sagt ja auch irgendwie so oh du hast so ein großes Herz oder sowas.
00:42:20: Also da deswegen spielt es glaube ich für viele Patienten und Patientinnen schon in ihrer eigenen Lebenserzählung eine Rolle was die Art des Herzfehlers angeht immer wieder erstaunlich und immer wieder interessant, dass es tatsächlich keinen so großen Einfluss auf diese ganzen psychischen Parameter nimmt.
00:42:38: Was manchmal eine Rolle spielt, je nachdem welche psychischen Dimensionen man sich auch so anschaut ist der funktionelle Status eher letztendlich.
00:42:49: wie funktioniere ich im Alltag auf Kunden meines Herzfehlers?
00:42:53: Was schon eine Rolle spielt vor allem bei der posttraumatischen Belastungsstörung ist die Häufigkeit der Operation.
00:42:58: Also umso häufiger operiert wurde, da reden wir dann auch eben oft von der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung.
00:43:05: Wenn man immer wieder dem traumatisch schnell eigenes ausgesetzt wird und sich daraus vielleicht eine komplexe postraumatische Belastungstörung dann entwickelt hat das spielt auf jeden Fall ne große
00:43:15: Rolle.
00:43:18: Inwiefern hängen denn Depressionen damit zusammen?
00:43:21: Also Ängste, glaube ich ja sind ja nachvollziehbar.
00:43:24: Es löst ja auch eine Angst aus zu sagen Ich bin da irgendwo verwundbar inwiefern sind Depressionen mit verbunden?
00:43:33: Depressionen sind einfach oft auch tatsächlich eine Komorbidität also eine Begleiterscheinung Und wenn man sich so einschränkt, weil man eben große Ängste hat
00:43:42: z.B.,
00:43:43: sei es diese sozialen Ängsten, sei es die generalisierten Ängster vielleicht... Man schränkt sich eigentlich immer ein und zieht sich zurück sowohl im sozialen Bereich als auch.
00:43:54: vielleicht macht man dann nicht den Job, den man gerne eigentlich machen würde, weil er sich irgendwie nicht traut, wenn man Angst hat.
00:44:00: Das können auf jeden Fall Punkte sein, die auch bei einer Depression dann eine Rolle spielen.
00:44:05: Auch bei der Depression ist es letztendlich auch so dieses typische biopsychosoziale Modell was damit reingeht.
00:44:11: also Es sind sowohl eben biologische Faktoren körperliche Faktor an die da zu beitragen als auch psychischer als auch sozialer.
00:44:17: aber es ist auf jeden Fall ne ganz häufige Komobilität auch bei den posttraumatischen Belastungsstörungen und auch grundsätzlich einfach Ne Erkrankung Die bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern auch geholft vorkommt.
00:44:30: Aber trotzdem Auch hier nochmal eine positive Seite sozusagen.
00:44:36: Die meisten Patienten haben auch keine Depression und die meisten, also ich kann jetzt nur für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern sprechen weil ich da einfach viel mehr Erfahrung habe, haben auch eine sehr gute Lebensqualität insgesamt.
00:44:48: Also die ist wirklich vergleichbar mit der allgemeinen Bevölkerung.
00:44:51: Okay das kann ich denn... selbst tun.
00:44:55: Also welche Therapieformen würden zum Beispiel gut helfen?
00:44:59: Wie kann ich mich selbst stärken, wie kann ich vielleicht auch aktiv gegen meine Ängste angehen... Was kann man dann selbst tun quasi um die eigene Lebensqualität zu verbessern oder wie sie jetzt auch sagen das Leben irgendwie nicht so klein werden zu lassen?
00:45:16: Also an Therapieformen gibt es zum Glück ein paar, die wirklich sehr gute Ergebnisse erzielen.
00:45:23: Da kann man sich auf jeden Fall darauf verlassen.
00:45:24: Deswegen würde ich sagen, wenn man so weit ist, dass man sagt, ich glaube, ich habe vielleicht eine posttraumatische Belastungsstörung.
00:45:32: Auf jeden Fall Hilfe holen und professionelle Hilfe holten!
00:45:35: Das ist jetzt vielleicht der eine Teil, mit dem ich mal anfange.
00:45:37: Danach komme ich eher zu dem wie man auch wenn man jetzt keine volle postraumatische Belastungsstörung hat sich vielleicht selber einfach ein bisschen unterstützen kann was wichtiges bei den Therapieformen ist.
00:45:48: also die Therapeuten und Therapeutinnen sollten auf jeden Fall eine traumaspezifische Ausbildung haben.
00:45:53: Bei Kindern würde man empfehlen laut den Leitlinien Trauma fokussierte Verhaltenstherapie wo auch die Eltern möglichst miteinbezogen werden sollten.
00:46:02: Bei Erwachsenen würde man auch die Trauma-fokussierte Verhaltenstherapie empfehlen.
00:46:06: Es ergänzend wird zum Beispiel auch Ausdauersport empfohlen, das sind natürlich die Sachen, die dann für Herzpatienten gegebenenfalls auch noch mal angepasst werden müssen.
00:46:15: Das ist jetzt die allgemeinen Leitlinien für Traumabehandlung.
00:46:19: Kunstherapie wird tatsächlich auch empfohl.
00:46:34: Weitere Therapieoptionen bei der Verarbeitung belastender oder traumatischer Erfahrungen sind zum Beispiel EMDR
00:46:40: und Hypnose.
00:46:42: Beide Verfahren werden heute auch in der Traumatherapie eingesetzt, immer ergänzend unter speziell ausgebildete Therapeutinnen und Therapeuten.
00:46:51: EMDR steht für Eye Movement Desensitation and Reprocessing auf Deutsch etwa Desensibilisierung und Verarbeitungen durch Augenbewegungen.
00:47:02: Klingt erstmal kompliziert.
00:47:03: Beeinfacht gesagt geht es darum, belastende Erinnerungen im Gehirn neu zu verarbeiten.
00:47:09: Während über bestimmte Erinnerung gesprochen wird folgt man zum Beispiel mit den Augen, den Handbewegungen der Therapeuten oder des Therappäuten.
00:47:16: Dadurch werden beide Gehirnhälften aktiviert und das Gehirnen kann belastender Erfahrungen oft besser einordnen und abschweichern.
00:47:24: Viele Betroffene berichten dass Erinnerunge dadurch weniger überwältigend werden und emotional an Intensität verlieren.
00:47:31: Auch Hypnose wird in der Traumatherapie genutzt Allerdings nicht so, wie man es aus Filmen kennt.
00:47:36: Man verliert dabei nicht die Kontrolle.
00:47:39: Therapeutische Hypnose ist eher ein Zustand tiefer Konzentration und Entspannung.
00:47:44: In diesem Zustand kann es leichter sein auf innere Bilder, Gefühle oder Erinnerungen zuzugreifen und neue Strategien für Sicherheit, Ruhe und Stabilität zu entwickeln.
00:47:54: Beide Verfahren können grundsätzlich auch bei Kindern eingesetzt werden – allerdings immer altersgerecht.
00:48:03: Gerade Kinder verarbeiten belastende Erfahrungen aufeinander als Erwachsene, eher über Bilder, Körperreaktionen oder Verhalten.
00:48:13: Deshalb arbeiten Therapeuten bei Kindern häufig spielerischer und mit viel Stabilisierung und Sicherheit.
00:48:20: EMDR und Hypnose eignen sich nicht nur für Menschen mit einer diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung, sondern auch für Betroffene oder Angehörige die merken das belastende medizinische Erfahrungen sie bis heute begleiten.
00:48:34: Zum Beispiel durch starke Angst, Anspannung oder das Gefühl innerlich ständig auf Alarm
00:48:39: zu sein.
00:48:40: Die Erfolgsaussichten gelten insgesamt als gut vor allem dann wenn die Therapie individuell angepasst wird und man sich bei der behandelnden Person sicher und verstanden fühlt.
00:48:50: Wichtig ist Traumaverarbeitung braucht Zeit.
00:48:53: Für das Gehirn bleibt ein Leben lang lernfähig
00:48:56: und viele
00:48:56: Menschen erleben durch passende Unterstützung eine spürbare Entlastung.
00:49:09: Und was man selber tun kann, da kann man verschiedene Dinge natürlich tun.
00:49:14: aber auch hier ist eigentlich wie bei den meisten Sachen das Wichtigste wieder, sich soziale Unterstützung irgendwie suchen.
00:49:21: Also einfach gute stabile soziale Beziehungen.
00:49:25: Es mussten auch gar nicht viele Menschen im Leben sein aber ein paar Menschen mit denen man das Gefühl hat, man hat eine tiefe innige Beziehung und kann sich auf die verlassen und sich den auch anvertrauen dann eben mal in so einem Fall.
00:49:38: Das kann auf jeden Fall was sein, was hilft Dann auch sehr hilfreich für viele ist einfach eine Psycho-Education.
00:49:47: Das heißt, dass sich selber wirklich mal versuchen natürlich auf seriösen Quellen oder seriösen Webseiten sich selber mal damit auseinandersetzen was dann da eigentlich los mit mir?
00:50:00: Also was sind denn diese Symptome, die ich da irgendwie schon lange mit mir umtrage?
00:50:05: Also einfach zu versuchen sich selber ein bisschen besser zu verstehen.
00:50:08: Da sind wir ja auch... Versuchen ja zumindest auch immer hier über die Psychokardiologie da auch mal ab und zu etwas anzubieten.
00:50:15: also wir haben vor ein paar Jahren auch regelmäßig Seminare dazu zum Beispiel angeboten.
00:50:18: Einfach Online-Seminare.
00:50:20: das ist jetzt im Moment leider aufgrund der personellen Ressourcen nicht mehr so ganz möglich.
00:50:24: Was auch helfen kann ist eben eine Form von Körperarbeit.
00:50:27: Also dieses Gefühl wieder zurück zurückzukommen in den eigenen Körper, wieder vertrauen und den eigenen Körper aufzubauen.
00:50:33: Das kann für jeden was anderes bedeuten.
00:50:35: das muss auch auf jeden Fall je nachdem mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin besprochen werden.
00:50:40: was da vielleicht nicht möglich ist das kann ich jetzt auch nicht allgemein sagen.
00:50:45: aber klar viele ganz klasse Scherz zum Beispiel eben Yoga also so mindfulness based Sachen die irgendwie eine Mischung aus Kopf und Körper sozusagen darstellen einfach um eben wie gesagt das Vertrauen wieder so ein bisschen zurück zu gewinnen.
00:51:00: Das ist grundsätzlich für alle Menschen ganz wichtig, also egal ob sie einen Herzfehler haben oder nicht haben oder ob Sie gesund sind oder nicht gesund sind.
00:51:08: aber einfach dieses eigene Selbstwirksamkeitserleben zu stärken kann auch wirklich für die für die Psyche ganz ganz wichtig sein und es ist glaube ich schon sehr hilfreich einfach eine Akzeptanz der Erkrankungen und eben Wie gesagt das unveränderbaren zu erreichen?
00:51:23: Und die Frage wie kann ich Trotz meiner Erkrankung oder mit meiner Erkrankung, oder im besten Fall sogar vielleicht genau wegen meiner Errkrankungen sind Stiften das Leben führen.
00:51:34: Das wäre jetzt meine abschließende Frage weil Sie hatten es ja schon gesagt den meisten Menschen mit angeborenem Herzfehler geht ja tatsächlich sehr gut und ganz viele sagen Diese Erkrankung, egal ob jetzt meine eigene oder die meines Kindes.
00:51:48: Die hat mein Blick aufs Leben total verändert und ich lebe viel bewusster.
00:51:52: Ich lebe intensiver.
00:51:54: Ich schieb nix mehr auf.
00:51:55: Ich mache alles im Hier- und Jetzt-.
00:51:57: Wie kann denn so eine Krankheit eben auch die Dinge positiv zurechtrücken?
00:52:02: Also ne posttraumatische Belastungsstörung ist natürlich was... extrem belastend.
00:52:08: Das steht völlig außer Frage, auch dieses Leben mit einem angeborenen Herzfehler kann sicherlich auch sehr belastende sein.
00:52:15: aber tatsächlich entwickeln viele Menschen die eine posttraumatische Belastungsstörung haben oder hatten Auch sowas das sich eben Postraumatisches Wachstum nennt.
00:52:25: und es bedeutet eigentlich genau dass was sie gerade schon gesagt haben Dass man es schafft einfach aufgrund dessen was einem passiert ist wenn man es geschafft hat es gut zu integrieren sich selber wieder zu stabilisieren Das Leben als viel bunter, sinnstiftender, intensiver wahrzunehmen.
00:52:44: Die kleinen Dinge des Lebens einfach viel mehr wertzuschätzen und das in Relation zu sehen.
00:52:50: Und ich glaube, dass es auch so ein bisschen die ... Ja, die positive Seite von dem Ganzen eben.
00:52:55: Man hat etwas sehr, sehr Schlimmes erlebt aber wenn man es schafft das zu sowas irgendwie umzuwandeln dann ja hat man vielleicht eben für sein gesamtes Leben da auch wirklich was tolles dann irgendwie draus gemacht.
00:53:10: Erleben Sie das auch häufiger also mit den Patienten, mit denen sie sprechen?
00:53:15: Also ist schon ein häufigeres Phänomen.
00:53:17: Tatsächlich erinnere ich mich an eine Patientin, die hat wirklich viel durchgemacht auch mit den eigenen Kindern.
00:53:23: Da hatten die eigenen Kinder dann noch einen Herzfehler und die ist so ... Ja, ich weiß gar nicht wie ich sie beschreiben soll.
00:53:30: Es ist so eine tolle Frau einfach, die das Leben in allen Facetten durchlebt hat sozusagen.
00:53:38: Und dass alles im gesamten Wert schätzen kann, es genau so nimmt und genau so schätzt.
00:53:45: Und da glaube ich, kann man dann auch wieder von den Betroffenen wirklich sehr viel lernen und sich sehr, sehr viel abschauen.
00:53:51: Also da bin ich auch sehr dankbar dafür!
00:53:54: Das ist doch ein schönes Schlusswort.
00:53:57: Ja vielen, vielen Dank für diese spannenden Einblicke.
00:54:01: Ja war sehr schön und
00:54:03: hat mich
00:54:04: sehr bereichert aus ganz vielen Ebenen.
00:54:06: Vielen Dank dafür!
00:54:07: Danke auch!
00:54:07: Tschüss!
00:54:13: Danke dass du auch in dieser Podcastfolge wieder reingehört hast.
00:54:17: Ich hoffe, sie hat dir gefallen und du konntest was draus mitnehmen.
00:54:20: Viele weitere Infos und Links zum Thema findest Du wie immer auch in unseren Shownotes!
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00:54:54: Tschüss und bis zum nächsten Mal.
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