Folge 52: Geschwister im Schatten der Diagnose

Shownotes

In dieser Folge spreche ich mit Michaela Kleekamm – Psychologin mit Schwerpunkt Positive Psychologie und selbst Geschwister eines Jungen mit angeborenem Herzfehler.

Als Michaelas jüngerer Bruder mit einem Herzfehler zur Welt kam, veränderte sich das Leben ihrer Familie von einem Tag auf den anderen. Wenige Monate später starb ihr Bruder kurz nach einer Herzoperation. Ein Schicksalsschlag, der die gesamte Familie aus der Bahn warf. Während ihre Eltern mit ihrer Trauer kämpften, stellte Michaela ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Sie übernahm schon als Kind Verantwortung, wollte keine zusätzliche Belastung sein und machte vieles mit sich selbst aus. Erst viele Jahre später wurde ihr bewusst, wie sehr ihre Kindheitserfahrungen, ihre Beziehungen und ihren weiteren Lebensweg geprägt hatten.

Heute begleitet sie als Psychologin Menschen in belastenden Lebenssituationen. Gemeinsam sprechen wir darüber, was Geschwisterkinder brauchen, wenn ein Bruder oder eine Schwester schwer erkrankt ist, warum Kinder ihre Sorgen oft nicht aussprechen, wie Eltern Geschwister besser begleiten können und weshalb es kein Zeichen von Schwäche ist, sich frühzeitig professionelle Unterstützung zu holen.

Denn wenn ein Kind schwer krank ist, betrifft das nie nur einen Menschen – sondern die ganze Familie. Eine Folge über Verlust, Geschwisterliebe und die Frage, wie Familienmitglieder auch in schwersten Zeiten füreinander da sein können.

💬 Wir sprechen über: • Michaelas Geschichte als Geschwister eines Kindes mit angeborenem Herzfehler • Den Tod ihres Bruders und die Auswirkungen auf ihre Familie • Warum Geschwisterkinder ihre eigenen Bedürfnisse oft zurückstellen • Parentifizierung – wenn Kinder zu früh Verantwortung übernehmen • Wie belastende Kindheitserfahrungen das Erwachsenenleben beeinflussen können • Was Geschwisterkinder in Krisenzeiten wirklich brauchen • Woran Eltern erkennen können, dass Unterstützung sinnvoll ist • Welche Hilfsangebote Familien in belastenden Situationen zur Verfügung stehen • Warum frühe Begleitung die psychische Gesundheit der ganzen Familie stärken kann

🎧 Mehr zum Thema Geschwisterkinder: Folge „Geschwister von Kindern mit angeborenem Herzfehler“ https://open.spotify.com/episode/2dDAT6OCwVUgjtAc9tETf3?si=L2vUXnGGTb6fG_AFqZbkfw

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Redaktion: Nina Schwarzbauer, Anna Fouani, Linda Röß Ton & Postproduktion: Nina Schwarzbauer

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Transkript anzeigen

00:00:05:

00:00:07: Hallo und herzlich willkommen zum Kinderherzen-Podcast, dem Podcast von und für Eltern und Familien herzkranker Kinder.

00:00:14: Mein Name ist Nina Schwarzbauer, ich bin Journalistin und selbst Mama eines Sohnes der mit einem komplexen Herzfehler zur Welt gekommen ist.

00:00:21: Und weil ich weiß wie viele Fragen, Unsicherheiten und Herausforderungen im Leben mit einem chronisch-herzkranken Kind aufkommen, hole ich mir in jeder Folge fachkundige Antworten von Expertinnen und lasse mich von den Erfahrungen anderer Familien inspirieren!

00:00:35: Meine Gäste beantworten mir und euch in diesem Podcast unsere Fragen rund um den Alltag mit Herzkrankenkind, machen Mut.

00:00:42: Und zeigen Wege auf, mit den besonderen Herausforderungen unserer Kinder umzugehen.

00:00:46: Schön, dass du heute dabei bist!

00:00:52: Hallo und herzlich willkommen zu unserem heutigen Folge-Kinderherzen-Podcast.

00:00:57: Ja wenn ein Kind schwer krank wird oder sogar stirbt richtet sich verständlicherweise fast alle Aufmerksamkeit auf das betroffene Kind und seine Eltern.

00:01:06: aber was ist mit den Geschwistern?

00:01:08: Meine heutige Gästin weiß das aus eigener Erfahrung.

00:01:11: Sie verlor als Kind ihren kleinen Bruder nach einer Herzoperation, heute ist sie Psychologin und beschäftigt sich unter anderem mit positiver Psychologie und der Frage was Menschen trotz schwerer Schicksalsschläge wachsen lässt?

00:01:23: Wir sprechen über ihre Geschichte aber vor allem darüber was Geschwisterkinder wirklich brauchen und was Familien helfen kann.

00:01:30: Herzlich willkommen im Kinderherzen Podcast liebe Michaela!

00:01:33: Schön dass du dir heute die Zeit nimmst.

00:01:35: Ja gerne.

00:01:35: Darf mir das nicht da sein darf.

00:01:37: Willkommen!

00:01:38: Ja, nimm uns mal mit zurück.

00:01:39: Wie erinnerst du dich an die Zeit als dein kleiner Bruder geboren wurde und es klar war dass er schwer herzkrank ist?

00:01:49: Also nachdem ja die Anfrage von euch kam auch ich dazu was erzählen mag habe ich auch innerlich nochmal eine Zeitreise gemacht muss ich sagen.

00:01:57: das ist zwar schon Fünfzig Jahre her, aber trotzdem hat es mich dann noch mal ganz schön geschüttelt und gerüttelte.

00:02:05: Ich habe da nochmal ein Stück für mich aufgearbeitet und mir war gar nicht bewusst, wie sehr das dort mein Leben geprägt hat.

00:02:11: Also ich hab das schon sehr verdrängt.

00:02:15: Und damals war ich erst mein Bruder so schwer krank, war neun Jahre alt und als er gestorben war im September zehn Tage später bin ich dann zehn geworden.

00:02:27: Also wenn ich da jetzt zurückdenke, das sind dann nur Fragmente noch da.

00:02:33: Ich glaube es ist als irgendwo versteckt sonst.

00:02:38: Ich kann mich erinnern dass wir als Familie ins Krankenhaus sind nach der Geburt und wir haben so Schützanzüge angezogen und Mundschutz.

00:02:48: Das war aber vorher nicht klar, sondern ihr habt das erst nach der Geburt erfahren?

00:02:52: Genau.

00:02:53: Damals gab es auch nicht diese ganzen Vorsorgeuntersuchungen.

00:02:56: Und das Kind war ja auch zwei Hundert Kilometer weg von uns ab zu Hause damals in Erlangen ... In der Herzklinik.

00:03:05: Ja und dann sind wir als Familie dahin gefahren und haben uns an das Baby angeguckt sozusagen.

00:03:14: Das ist heute noch, dass ich da so ein bisschen einen leichten Schauer habe.

00:03:17: So war ich schon sehr unsicher, wie ich die ganze Situation hier bewerten soll.

00:03:23: Und ich kann mich auch erinnern, dass ich mich sehr um das Baby gekümmert habe und meine Mutter sehr stark unterstützt hab.

00:03:30: Es gibt ja noch ein Foto... Ich hab geguckt ob ich es finde, aber auf die Schnerve ist nicht gefunden.

00:03:35: Da hab' ich dann auch in den Armen gehalten und hab's gekämpft und mitgewickelt und so.

00:03:43: Da kann ich mich noch erinneren weil es einfach ein total liebes Kind war!

00:03:47: D.h.,

00:03:48: deine Mama und dein Bruder sind irgendwann nach Hause gekommen?

00:03:50: Oder hat das alles im Krankenhaus stattgefunden?

00:03:53: Das war sogar so, dass das Baby allein im Krankenhause war mit meiner Mama zu Hause.

00:03:57: Und wir sind dann hingefahren ...

00:03:59: Also immer diese zweiter Kilometer

00:04:02: bis wir es dann mal mit nach Hause nehmen durften.

00:04:04: Ich weiß nicht wie lange da im Krankenhouse war.

00:04:06: Es ist schon so lange her.

00:04:08: Ich weiss noch, als wir dann zu Hause waren, dass ich mich auch sehr gekümmert hab, weil das Baby, also Stefan, gebt mir eben doch einen Namen.

00:04:14: Der Stefan war einfach unglaublich liebes Kind auch.

00:04:18: Und ja, und daher habe ich es auch umsorgt mit.

00:04:23: Wie das einem so Mädchen in dem Alter auch machen und haben mich auch mitgekümmert.

00:04:28: Es war mir wichtig meine Mutter zu unterstützen.

00:04:31: Das sind so Fragmente oder wer hat denn Haus?

00:04:35: Und dann im Hof, dass meine Mutter gesagt hat du guck mal immer wieder ein Kinderwagen rein ob die Lippen blau sind Und das weiß ich.

00:04:43: Ich konnte mich dann oft nicht so richtig aufs Spiel konzentrieren, weil ich immer wieder schauen wollte, ob mit Stefan alles in Ordnung ist und ob er noch atmet und wie die Haut aussieht.

00:04:53: Also da wurde schon ganz schön auch in die Pflicht genommen.

00:04:57: Und ich war ja für meine Alter schon sehr ... In Anführungszeichen erwachsen.

00:05:04: Und was ich mich noch erinnern ist, dass meine Mutter ja sehr gläubig war Und wir sehr viel dann zum Betenabend sind.

00:05:13: Da gab es so eine Grotte bei uns im Ort, so die Mutter-Gottesgrotte und da sind wir dann auch mit meiner Schwester, ich habe ja noch ne dreijahre jüngere Schwester immer hingegangen und haben gebetet dass das Kind gesund wird oder dass die Operation die Anstand so ein halbes Jahr später gut verläuft also und das sind so Szenen und dass sich zu dieser Zeit sehr sehr gut in der Schule war.

00:05:38: Also scheinbar hab ich dann wirklich viel kompensiert, indem ich... Ich werd das was Einzige mal, dass ich Glassenbeste war in der Schule.

00:05:48: Ja, das sind und was natürlich schon Tagestand war, was noch ein Bild, was ich auch wahrscheinlich nie vergessen werde.

00:05:54: Das ist dann dieser kleine weiße Kinder sagt er an mir vorübergezogen ist bei der Beerdigung.

00:06:01: Ja, jetzt hast du es gerade gesagt.

00:06:02: Also die OP hat ungefähr stattgefunden als dein Bruder ein halbes Jahr alt

00:06:07: war?

00:06:07: Neun Monate!

00:06:08: Okay

00:06:09: und er hat's nicht überlebt.

00:06:15: Wurdet ihr darauf irgendwie vorbereitet oder seid ihr schon alle davon ausgegangen dass das wird?

00:06:21: Doch wir haben schon... also es waren einfach Ängste da, dass das nicht so gut klappt weil es wirklich auch ein komplizierter Herzfehler war.

00:06:31: Ich kann mich erinnern, ich hatte unglaublich Angst davor.

00:06:35: Das war meine größte Angst, dass das passieren könnte.

00:06:39: Wenn man das so kennt ... als Kind so unglaublich angst hat, dass irgendwas Schlimmes passiert und es passiert dann auch.

00:06:47: Das fand ich sehr erschüttert.

00:06:51: Was?

00:06:53: Genau ist da passiert.

00:06:54: Also, wie war dieser Moment?

00:06:57: Hast du das irgendwie noch in Erinnerung als dieser Anruf kam oder habt ihr das im Krankenhaus erfahren?

00:07:02: Habt ihr gewartet während der OP ... Wie war so dieser ... Dieser Moment des Realisierens so und hast du dann auch noch Erinnerungen dran?

00:07:12: Ja

00:07:13: ja, ich hab da noch Erinnern daran.

00:07:14: Das fand ich sehr schlimm weil... Wie gesagt, ich wurde nicht immer so als Kind gesehen, sondern schon so wie die kleine, junge Erwachsene.

00:07:26: Und ich war ja knapp zehn und ich weiß also meine Mutter mit meinem Bruder nach Erlangen gefahren ist und ich habe gesagt, ich bleibe bei meiner Tante.

00:07:34: Meine Tante wohnt jetzt von meiner Mutter oder von unserem Zuhause auch nochmal hundertfünfzig Kilometer weg.

00:07:40: Ich kann jetzt nicht sagen vielleicht wollte ich ein Stück Normalität haben und bin bei meiner tante geblieben.

00:07:47: Dennoch wussten wir, dass die O.P.

00:07:49: ansteht und dann kam nachts um drei Uhr, weil ich will heute noch ... Hat das Telefon gekligelt und ich war im Zimmer und war sofort wach.

00:07:56: Und irgendwie hab ich's schon geahnt.

00:07:59: Meine Tante kam auch ins Zimmer und hat mir das dann gesagt.

00:08:03: Er sagte, du, der Stefan ist gestorben.

00:08:07: Jetzt in einer Nachbetrachtung denke ich mir, fand nicht das jetzt nicht gerade sehr kompetent von den Erwachsenen?

00:08:13: Ja.

00:08:16: So würde ich's jetzt nicht machen.

00:08:18: Sie ist dann auch wieder gegangen und ich war damit, ehrlich gesagt, allein, weil sie je nie im Schmerz ... Und für mich war das ein Schock.

00:08:28: Ein wirklicher Schock!

00:08:31: Was hat sich danach für dich verändert in eurer Familie?

00:08:34: Für deine Kindheit?

00:08:36: In deinem Erleben?

00:08:39: Ja, was hat es mit euch gemacht?

00:08:42: Also, die ganze Familie hatte einen Schock und in dem Schock, glaube ich, sind wir sehr lange stecken geblieben.

00:08:51: Und da das damals ja nicht üblich war jetzt groß auf Kinder einzugehen... Ich weiß auch nicht wie es meine Schwester gemacht hat, die noch mal drei Jahre jünger war als ich.

00:09:03: Für uns war da jetzt niemand da, sondern meine Mutter hat sehr viel Raum eingenommen weil's für sie ganz furchtbar war.

00:09:12: Also, das heißt sie war sehr in ihrem Schmerz und ihrer Trauer und ihre Verzweiflung.

00:09:16: Und in ihren Schuldgefühlen auch dieses... hab ich was falsch gemacht während der Schwangerschaft also diese Sachen.

00:09:25: Ich kann mich erinnern dass die ganzen Erwachsenen da sehr hilflos waren.

00:09:29: ob sie jetzt Onkel tanten Nachbarn oder konnte keiner so richtig damit umgehen?

00:09:36: Das finde ich jetzt so.

00:09:37: in der Nachbetrachtung denke ich mir ist es das Schlimme dass man als Kind merke, es ist was ganz Schlimmes und ich kriege den Spiegel.

00:09:47: Aber ich bin allein damit.

00:09:50: Das heißt, ich war in der Zeit wirklich einsam damit.

00:09:53: Und diese Einsamkeit, die ist mir durchaus heute noch vertraut und ich kann's halt jetzt besser zuordnen wenn sie mich anwiedt.

00:10:04: Gedankenspiel, das ich dann hatte.

00:10:06: Warum eher?

00:10:07: Warum nicht ich?

00:10:08: Also, wenn hätte ich den geopfert die kleine nervige Schwester vielleicht eher als dieses hilflose schutzlose liebe Baby und ... Ich hab mir auch immer dann ja es hat mich in meinem Urvertrauen auch erschüttert also dieses Es hat mir ja keiner gesagt, was ist tot?

00:10:33: Wie gehe ich um mit Tod.

00:10:37: Und das hat mich noch Jahrzehnte begleitet, ganz ehrlich gesagt.

00:10:42: Dieses Schweigen ist wahrscheinlich auch immer so ein Ausdruck von ... Ja wie du sagst, so einer Hilflosigkeit oder dem Gefühl aus so etwas falsch zu machen wenn man drüber redet oder es dann noch schlimmer zu machen aber wahrscheinlich jetzt genau das Gegenteil der Fall, oder?

00:10:57: Also aus heutiger Sicht finde ich es schon wichtig, aber ich glaube wir kommen ja noch zu dem Punkt.

00:11:03: Wenn ich mich zurückgeinnern ist das gleichzeitig bin ich jetzt aber ein Typ Mensch.

00:11:09: wenn man mir jetzt so viel Mitlei sage ich jetzt mal einen Gegenbring dann zerfahre ich auch innerlich.

00:11:16: also das heißt ich bin schon nach einer die sagt Haltung bewahren.

00:11:19: und wenn da noch von außen meine Tante die dann sagen Michaela mir tut es so leicht Ich war dann teilweise richtig sauer da wieder auf sie, weil ich gemerkt hab.

00:11:28: Dann fang ich das Hohlen an und verlieh mich so die Haltung.

00:11:31: Das heißt, ich bin jetzt diejenige ... für mich hätte es einen Mittelweg gebraucht.

00:11:37: Also einerseits ein Verständiges erklären was da passiert.

00:11:43: Ja, und das war halt zu der Zeit ja jetzt mit meinen Eltern einfach nicht möglich.

00:11:48: Und auch dem Umfeld.

00:11:51: Die waren da einfach... überfordert und hat das Werkzeug dazu gefehlt.

00:11:56: Und für mich war es dann auch so wie Nachbarn, Schule und alle damit umgehen ... Das hat dann so nicht an Tasten ungefähr, ja?

00:12:09: Das spür ich dann aus.

00:12:11: Was ich dann gemacht hab, ich habe mich einfach in die Schule geflüchtet.

00:12:16: Also, das war meine Strategie.

00:12:19: Mir war ganz recht, wenn es jemanden nicht wusste.

00:12:22: Und

00:12:25: dieses Schweigen über große Dinge, das hört man ja schon öfter.

00:12:32: Was macht es denn mit Kindern?

00:12:34: Also wie gerade jetzt eben auch mit den Geschwisterkindern die natürlich auch unter der Situation leiden aber dann von außen erfahren so... Wir reden nicht darüber, das kommt alles unter einen Mantel des Schweigens und ich weiß es nicht.

00:12:51: Was macht das mit Kindern?

00:12:52: Und minder das empfinden oder was ist genau was

00:12:55: passiert da?

00:12:56: Also es ist eine Unsicherheit und ich kann mich erinnern zu dieser Zeit hat sich auch so eine Schwere über mich gelegt also eine körperliche Schwere.

00:13:06: Ich kann jetzt nichts sagen.

00:13:07: habe ich das von meiner Mutter mitübernommen oder war es meine eigene?

00:13:12: Aber ich kann mich erinnern, es kam dann ein Jahr später mein zweiter Bruder zur Welt.

00:13:17: Dann ging diese Schwere weg und ich war sehr erleichtert.

00:13:20: Vorher war ihm die Schwere dieses Einsamfühlen ... Und ich war da ja nicht so deflektiert!

00:13:32: Ich hab auf Wege für mich gesucht, Normalität herzustellen.

00:13:37: Also dieser Sehnsucht nach Alltag.

00:13:40: Ja, dass es normal weitergeht.

00:13:43: Und ja ... und angstänglich einfach.

00:13:47: Und immer den Blick auf Mama.

00:13:51: Diese Referenz so wie geht's der Mama?

00:13:54: Das zu sehen, wie schlecht ihr da geht ist sehr schwer!

00:14:06: Ihr Lieben, eine kurze Werbung in eigener Sache.

00:14:09: Dieser Podcast wird zu einhundert Prozent von den Kinderherzen finanziert und ist damit nur eines von vielen Projekten mit dem sich die Stiftung für Forschung und Therapie für herzkranke Kinder und ihre Familien einsetzt.

00:14:21: Regionale Niederlassungen an drei großen deutschen Kinderherzzentren setzen sich auf verschiedenste Art und Weise dafür ein das Leben herzkranker Kinder zu verbessern, zu verlängern und Herzfehler in Zukunft noch besser behandeln zu können.

00:14:34: Um unseren Kindern weiterhin diese großartigen Chancen zu ermöglichen, ist der Kinderherzenev neben dem Einsatz vieler Ärztinnen und Forschenden vor allem auf eines angewiesen.

00:14:44: Eure Spenden!

00:14:45: Wenn ihr also diesen Podcast gerne hört, er euch hilft und ihr auch anderen Herzkindern und ihren Familien helfen möchtet, denkt doch wenn ihr das nächste Mal etwas Geld übrig habt oder ein Geburtstag ansteht und ihr nicht wisst was ihr schenken sollt.

00:14:57: An eine Spende für die Kinderherzen!

00:15:00: Damit helft ihr nicht nur Kindern wie unseren – Ihr könnt die Spende durch einen Spendenbeleg auch steuerlich absetzen.

00:15:05: Weitere Infos und einen Spendennlink findet ihr in unseren Shownotes oder unter www.kinderherzen.de.

00:15:24: Jetzt hast du heute ja

00:15:25: auch

00:15:26: einen anderen Blick, weil du sowohl betroffene bist als auch ein fachlichen Blick darauf hast.

00:15:32: Was passiert denn mit so einem Familiensystem wenn Kind schwer krank ist oder eben sogar stirbt?

00:15:37: Wie verändert das die Rollen untereinander?

00:15:41: Die Verbindungen in der Familie vielleicht auch die Aufgaben die aneinander gestellt werden würde man vielleicht sagen Kind hat in dem System jetzt noch keine Aufgabe, aber irgendwie ja schon.

00:15:56: Also ich würde mal sagen das ist wirklich was sehr individuelles.

00:16:00: Da kann man nicht sagen so und so ist die Familienstruktur.

00:16:06: Man kann nur sagen was wäre nützlich oder gesund?

00:16:10: Jetzt im meinem Fall ist es... dass ich ja ein Stück weit mit, als die kleine Erwachsene dann auch in gewissen Rollen reingesprungen bin.

00:16:18: Also das heißt, ich hab natürlich mich bemüht meine Mutter zu entlasten, soweit es geht – als große Schwester.

00:16:25: Und ... Das ist schon etwas was er dann ja später prägt.

00:16:30: also das heißt schon, dass Rollen so bisschen verschoben oder neu definiert haben wurden wobei sich das sehr schon während der Erkrankung von meinem Bruder ja schon so entwickelt hat, reingegangen bin.

00:16:43: und es ist halt verlockend für Eltern, wenn man ein Kind hat das mit Hilfe unterstützen will.

00:16:51: Und da würde ich gerne sensibilisieren dass einfach auch das Kind sein zu lassen also die Veränderung in dem Sinn ist jetzt weil meine Mutter dann auch ihre Gläubigkeit total infrage gestellt hat.

00:17:06: Also das heißt, dass was sie vorher sehr an Gott geglaubt hat ist sie dann halt in dieses andere Extrem.

00:17:14: Es gibt es nicht und das ist natürlich für ein Kind das betrachtet und mitkriegt die auch wieder sehr verunsichert weil dann ja bestimmte Glaubenssätze dann auf einmal ja komplett infrage gestellt werden.

00:17:30: jede Familie definiert ihre eigene Werte und Normen Und die sind da ein Stück weiter zerbrochen in dem Moment.

00:17:41: Also ich denke, in so Familien taucht ja auch dann immer das Thema Schuld und Scham auf.

00:17:50: Scham?

00:17:50: Inwiefern?

00:17:51: Also Schuld verstehe ich irgendwo aber Scham inwiefern?

00:17:54: Ja Scham.

00:17:55: ums jetzt mal fachlich zu erläutern zeigt hier man Ich bin nicht in Ordnung!

00:17:59: Ich bin also ich als ganze Person.

00:18:02: Bei Schuld ist es so, ich hab Fehler gemacht.

00:18:05: Wie kann das wieder gut machen?

00:18:07: Bei Scham ist es ja dann so ... Ich bin nicht okay.

00:18:10: Aber

00:18:11: die

00:18:12: Situation, dass mein Kind oder mein Bruder gestorben ist, ist ja nicht charm auslösend, oder?

00:18:19: Ja, das möchte man als Außenspielender meinen.

00:18:22: Aber es ist ja so, dass man sich fragen stellt, warum ist das passiert?

00:18:29: und auch Kinder beziehen sehr viel auf sich.

00:18:32: Also legt es an mir, dass das Ganze hier so schlechte Stimmung ist.

00:18:36: oder was habe ich mit falsch gemacht?

00:18:39: Ich kann schon sagen, dass ich das sehr auf mich bezogen habe.

00:18:42: Und es kommt auch sowieso ein magisches Denken.

00:18:45: also wenn ich besonders lieb und besonders brav vielleicht ist der liebe Gott dann versöhnlich und macht das Kind gesund!

00:18:52: Ja, er sah das in ja vieles irrationale und Scham.

00:18:57: Ja, schon weil man denkt Also bei meiner Mutter, die hat dann gesagt, die habe ich in der Schwangerschaft irgendwie ... Das ist ja nicht die Zeit, wo man sehr viel aufgeklärt hat.

00:19:08: Wie das heute ist, dass einem der Arzt sagt, passen Sie auf!

00:19:13: Das ist die und die in den Ursaal, sondern zu der Zeit, war das meine Mutter?

00:19:17: Die dann auch mal ab und zu geraucht hat, lag es daran oder so.

00:19:21: Man sucht einen Grund und den hat sie dann bei sich gesucht aber auch wieder abgewehrt.

00:19:31: Diese Parentifizierung, die du da ansprichst.

00:19:33: Dass Kinder sehr früh eine Erwachsenenrolle einnehmen und sich auch um die Eltern kümmern.

00:19:39: Das ist ja was, was in solchen Situationen sehr häufig passiert.

00:19:42: Wahrscheinlich gerade

00:19:43: auch bei Mädchen

00:19:44: kann ich mir vorstellen.

00:19:45: Ich

00:19:45: glaube nicht mal.

00:19:46: Ja?

00:19:47: Nee, ich glaub dass Jungen das schon auch machen so.

00:19:51: Aber auf jeden Fall ist es ein häufiges Phänomen und wie du sagst für die Eltern ja in der Situation auch vielleicht ganz angenehm, aber das macht natürlich auch was mit einem Kind.

00:20:03: Was würdest du denn aus heutiger fachlicher Sicht sagen?

00:20:07: Was sind so Anzeichen, die man als Eltern in so einer Situation ernst nehmen sollte, sofern man die Kapazitäten dafür hat?

00:20:13: also einfach zu sagen... Hier guck mal, ich merke hier passiert gerade das und es ist gerade nicht deine Aufgabe.

00:20:21: Und du kannst jetzt

00:20:22: einfach ihr Kind sein, du kannst deinen Alltag

00:20:24: machen.

00:20:25: aber

00:20:26: hier sind wir so in der Verantwortung.

00:20:28: Also ich glaube ich möchte mal vorausschicken Wir sind Rudeltiere also Wir sind soziale Wesen und in uns drin ist ganz fest verankert dass wir schauen dass das Rudel zusammen bleibt und dass das Rudel erhalten bleibt.

00:20:46: ganz natürlich, dass wenn man im Rudel merkt der Rudelführer die Rudelfühler schwächeln das dann jemand anders das übernimmt.

00:20:56: Also das ist gar nichts was man sagen das wäre jetzt pathologisch oder so.

00:21:00: ja das ist wirklich um die Familie zu schützen und daher ist es wenn da jetzt Man eben eine Persönlichkeit auch mitbringt als Kind, dass er gewissenhaft ist und früh Verantwortung übernehmen mag.

00:21:17: Und ich habe ja auch einen Gewinn dabei.

00:21:19: Ich merke ja auch nicht, was ich bin stark.

00:21:24: Dann es ist ja nicht nur ein Opfer.

00:21:28: Dann ist es eben wichtig, dass man als Eltern eben nicht in die Versuchengerät zu sagen Ja klar!

00:21:37: Ich schaff das eh nicht.

00:21:38: Ich zieh dich heran, ne?

00:21:40: Sondern dass ich dann auch ... Dann mal lassen sage, ich sag dazu immer, dass Kinder wieder gesund schrumpfen!

00:21:47: Ja also, ich bin die Große und du bist kleine oder der Kleine.

00:21:52: Und es kann auch sein, dass kinder das gar nicht so akzeptieren.

00:21:56: Weil sie in sich dann sagen können ist besser.

00:21:59: Und dann auch sagen stopp ja, ich hab die Verantwortung, du bleibst an deinem Platz Im Verlauf der Geschichte, später im Größer werden dem Kind sehr dienstbar sein.

00:22:16: Das ist dann merk'nä?

00:22:17: Mama und Papa schaffen's auch ohne mich!

00:22:20: Sie sind stark genug... das ist zum Enagern.

00:22:23: Und gleichzeitig ist es schon auch wichtig dass das Kind mit einbezogen wird oder die Kinder mit ein bezogen werden.

00:22:29: also für mich war das schon aufwichtig mein Bruder zu baden und damit zu helfen, nicht so wie ein Zaungast mich ausgegrenzt zu fühlen.

00:22:41: Das ist aber schon eine Herausforderung diesen Balanceakt zu finden.

00:22:48: Da kann ich jetzt nicht voraussetzen, dass jeder das gleich kann!

00:22:52: Dafür gibt es auch professionelle Unterstützung.

00:22:55: Das würde ich empfehlen, mich da beraten zu lassen.

00:23:03: Hundert Sekunden Herzwissen Wo Familien Unterstützung finden?

00:23:10: Wenn ein Kind schwer herzkrank ist oder sogar verstirbt, muss niemand diese Situation allein bewältigen.

00:23:17: Heute gibt es deutlich mehr Unterstützungsangebote als noch vor einigen Jahrzehnten und viele können schon genutzt werden bevor eine echte Krise entsteht.

00:23:26: Der erste Ansprechpartner ist auf das Kinderherzzentrum selbst.

00:23:30: Viele Kliniken haben Psychologinnen, Psychologen oder einen psychosozialen Dienst der Familien während des Klinikaufenthalts begleitet oder passende Hilfen vermittelt.

00:23:39: Auch Erziehungs- und Familienberatungsstellen können eine wichtige Anlaufstelle sein – unabhängig davon ob es um Trauer, Ängste, Geschwisterkinder oder die Belastung der Eltern geht.

00:23:51: Diese Beratungen sind in der Regel kostenlos und werden von Kommunen oder Trägern wie Caritas, Diakonie oder AWO angeboten.

00:23:58: Viele denken beim Jugendamt nur an Kinderschutz.

00:24:01: Tatsächlich gehört aber auch die Unterstützung von Familienzusannenaufgaben.

00:24:06: Wenn Eltern durch eine schwere Erkrankung oder einen Verlust stark belastet sind, können sogenannte Hilfen zur Erziehung oder eine sozialpädagogische Familienhilfe beantragt werden.

00:24:16: Dann kommt eine Fachkraft regelmäßig nach Hause entlastet im Familienalltag unterstützt im Umgang mit den Kindern und hilft dabei wieder Stabilität zu gewinnen.

00:24:26: Auch pro Familie kann eine gute Anlaufstelle sein.

00:24:28: Nicht nur bei Fragen rund um Schwangerschaft oder Sexualität, sondern auch bei Familienkrisen, Partnerschaftsbelastungen und der Verarbeitung einschneiden der Lebensereignisse.

00:24:38: Beratungen sind persönlich, telefonisch oder online möglich.

00:24:42: Doch woran merkt man das Unterstützung sinnvoll wäre?

00:24:45: Bei Erwachsenen zum Beispiel, wenn Schlafstörungen starke Ängste, Schuldgefühle oder das Gefühl nur noch zu funktionieren über Wochen anhalten.

00:24:53: Bei Geschwisterkindern können häufige Bauch- oder Kopfschmerzen, Rückzug, auffällige Wut, starke Trennungsängste, Leistungsabfall oder plötzlich wieder kindliches Verhalten Hinweise darauf sein, dass sie das Erlebte nicht allein verarbeiten können.

00:25:08: Das wichtigste ist aber – man muss nicht warten bis gar nichts mehr geht!

00:25:12: Je früher Familienunterstützung annehmen, desto besser lassen sich Belastungen auffangen.

00:25:17: Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche sondern ein Zeichen dafür Verantwortung für dich selbst und für einander zu übernehmen.

00:25:33: Jetzt hattest du schon gesagt, das ist natürlich immer sehr individuell wer was braucht und für welche Familie was funktioniert.

00:25:41: wenn du jetzt aus heutiger professioneller Sicht auf dich damals schaust?

00:25:47: Was hättest du am meisten gebraucht und was würdest du vielleicht auch daraus ableiten, was Kinder in solchen Situationen natürlich auch altershabhängig brauchen würden In dieser Situation.

00:26:04: Also, ich hab mich ja jetzt auf dieses Interview vorbereitet und gesagt, was hätte ich gebraucht?

00:26:11: Ich hätte halt gebrauchen.

00:26:14: Wie hättet ihr aussehen können?

00:26:17: Jetzt für mich speziell... ähm ... ich bin hier auch eine Kopfige.

00:26:24: Also das heißt, ich brauche auch Erklärungen.

00:26:27: Ich möchte es verstehen!

00:26:29: Ich möchte das Leben verstehen, ich möchte Tod verstehen.

00:26:33: Also, das ist was, was mich bis heute ja begleitet.

00:26:36: Ich denke ich hätte es auch gebraucht, dass man mir das genauer erklärt ... Was der Bruder so hat, auch medizinisch, weil ich war ja schon fast zehn und ... Was das bedeutet?

00:26:50: Dass er, wenn er stirbt wie's weitergeht.

00:26:53: danach also die Auseinandersetzung, was bedeutet leben, was bedeutet sterben, ich denke da hätte ich einen Dialog gebrauchen.

00:27:01: Ich bin da drüber.

00:27:03: Und gleichzeitig hätte ich gebraucht, dass ich meine Gefühle zulassen könnte, weil das hab' ich nicht gemacht.

00:27:13: Also, ich habe keine Allversuche gezeigt, was sehr verständlich war.

00:27:17: Das machen wir.

00:27:17: Man sagt immer, was in mir nie geht alles um das Baby?

00:27:19: Also ... das hab ich intuitiv gespürt, dass sich das nicht darf und dass man vielleicht auch mal wütend ist, dass es keine Zeit für einen ist dass sich alles um die Mutter dreht und um das Kind dreht.

00:27:34: Ich glaube, das hätte ich gebraucht, dass ich da auch mal das sein darf und dass ich auch mehr Kind sein darf.

00:27:42: Dass ich aus der Verantwortung mehr entlassen werde.

00:27:46: Also finde es schon jetzt in einer Nachbetrachtung... einer neunjährigen zu sagen, wenn sie draußen spielt.

00:27:52: Guck immer wieder mal in Kinderwagen ob die Lippenblau sind das ist

00:27:56: schon ...

00:27:57: Das ist schon groß ja?

00:28:00: Ja und ich hab es auch gemacht ohne zu meckern.

00:28:04: Ich wundere mich selber dass ich nicht so ein Kind war das gesagt habe kein Bock oder das gab's bei mir nicht sondern ich habe das alles gemacht was mir angeschafft wurde.

00:28:13: Und damit geht dir so ein bisschen einher.

00:28:15: du hast die Verantwortung zu schauen, wer die Lippenblau ist ja das eine.

00:28:20: Also ich meine, dass es ja

00:28:21: an und für sich jetzt tatsächlich keine so große Aufgabe dauert tatsächlich, weiß ich nicht, zweieinhalb Sekunden

00:28:26: oder so?

00:28:27: Aber was dahinter steht ... Du musst einschätzen können, ob dieser Farbton ins Bläuliche geht.

00:28:33: Du musst die Verantwortung haben, während das Kind da irgendwie rumsteht zu spielen und zu schauen, dass sich der Gesamtzustand nicht negativ verändert und so.

00:28:42: Das ist ja viel mehr als

00:28:43: zu schauen.

00:28:43: Ja, das stimmt sowieso.

00:28:45: Und vor allem weil ich kann mich noch erinnern, dass ich ja nicht entspannt gespielt habe.

00:28:50: Sondern ich bin herumgesaust mit den Kindern und dann bin ich immer wieder zunehmend und hab da reingeguckt.

00:28:55: Also das heißt, ich habe auch immer eine Grundanspannung.

00:28:59: da hätte ich schon etwas mehr Entlastung gebraucht und ... Ich denke, die ist ein schon kompetenter Umgang im Trauerfall.

00:29:08: Also nicht einfach das Kind zu sagen und dann wieder gehen und in der eigenen Trauersinken und du stehst dann da und denkst ja so okay was ist denn jetzt also?

00:29:20: Das hätt ich schon.

00:29:22: fassen wir es zusammen halt.

00:29:25: Ja!

00:29:28: Solche Belastungen, diese Trauer und so das zeigt sich ja oft nicht nur emotional sondern auch körperlich.

00:29:37: Wie

00:29:38: zeigen Kinder das?

00:29:39: oder wie wenn man jetzt als Eltern in so einer Situation ist?

00:29:43: Welche Reaktion meiner Kinder zeigt mir dass man da vielleicht genauer hingucken muss, dass meine Kinder vielleicht was anderes brauchen könnten als das was ich gerade anbiete?

00:29:52: Also ich bin ja keine Expertin, Kinder und Jugend.

00:29:56: Psychotherapie oder so oder pädagogisch gebildet.

00:29:59: also da würde ich schon gern mehr auf die Fachleute verweisen.

00:30:02: Ich kann jetzt nur sagen was bei mir war Und bei mir wars eben diese Schwere Und ich war dann in mich gekehrt.

00:30:12: das heißt ich war jetzt ein Kind, der es nach innen reingenommen hat.

00:30:16: Es gibt ja Kinder, die geben es nach außen Die sind dann vielleicht wütend und irgendwie auffällig.

00:30:22: Also ich war angepasst.

00:30:25: Das heißt, das war meine Überlebensstrategie, war dieses nur nicht zu Last fallen und nur nicht auffallen still gut in der Schule.

00:30:34: also ich denke jetzt so wenn ich merke dass mein Kind das vorher so gut war und auf einmal sehr gut ist in der schule und sehr gute Noten und sich total zurücknimmt und nicht aufällt das würde mich hellhörig machen.

00:30:51: Als Eltern meint man, läuft, brauche ich mich nicht kümmern.

00:30:54: Aber das wäre schon was, wo ich sage okay ... Das ist zu glatt!

00:31:00: Was ist denn da los?

00:31:01: Es schluckt das Kind so in sich rein und dann gibt's natürlich Kinder die mehr nach außen auffällig sind ja und vielleicht aggressiver, wütender oder fang an zu klauen oder was ihnen das auch zu streiten mit Klassenkameraden dass es in der Schule Probleme gibt Die werden ja schneller sichtbar Aber die, die jetzt so wie ich sind.

00:31:24: Die werden nicht so sichtbar.

00:31:25: und

00:31:27: diese Schwere hatte sich zwar dann aufgelöst aber spät in meinem Leben.

00:31:32: als junger Wachsen also ein Teenager ging es schon los mit Rückenschmerzen obwohl immer viel Sport gemacht habe und trotzdem also diese innere Anspannung.

00:31:43: Und viel später hatte ich auch mit Herzschmerzen Und das hat mich auch mein Leben bis heute begleitet, dass ich immer so ein bisschen somatisier mit Herzschmerzen.

00:31:56: Wenn mir etwas sehr nahe geht, tut mir das Herz weh!

00:32:01: Für das gibt es aber keine organische Ursache?

00:32:03: Nein.

00:32:04: Toi toi toi!

00:32:09: Viele sprechen von ungelöster Trauer, andere von dem Trauma.

00:32:13: du unterscheidest da sehr bewusst wo liegt der Unterschied und...

00:32:18: Wann

00:32:19: wird aus einem Verlust eine traumatische Erfahrung, und wann kann man es für sich gut integrieren?

00:32:25: Also gut.

00:32:25: Das ist ja schon wieder ein Feld für sich.

00:32:29: Da weiß ich jetzt gar nicht wo ich anfangen soll!

00:32:32: Ich beziehe sie jetzt wieder auf mich.

00:32:34: das eine ist Trauer ist etwas sehr Weiches Und das ist ein Prozess mit Wellen der in Wellen verläuft Mit Höhen um Tiefen und da gibt es halt Ansichten dass es bestimmte Stadien gibt Wenn man sagt, das ist mal ein Schock.

00:32:49: Dann will ich es nicht wahrhaben.

00:32:53: Dann kommt es mir ins Bewusstsein und dann kommen eben diese Trauer, die unterschiedliche Formen zeigt und bestimmt Kinder auch wieder anders trauern.

00:33:02: Und das ist ja auch eine zeitliche Geschichte.

00:33:06: Die in Wellen verleuchtet, wenn man sagt sie ist eine gesunde Trauer und die dann in der Akzeptanz dann mündet auch zeitlich, ob das jetzt ein Jahr ist oder zwei.

00:33:18: Man spricht immer vom Trauerjahr.

00:33:21: Also da gibt es ja wieder Experten auf dem Feld ... Was anderes ist, wenn's ein Schock ist?

00:33:29: Das heißt, es ist etwas was ich und so war es bei mir, was nicht in das Bild des Lebensbilds sonst passt, in das Weltbild also das ist dann erst mal erschüttert was sich da nicht mehr so leicht zusammensetzt.

00:33:48: Und das ist dann, wenn es in die kompliziertere Trauer geht oder auch eine posttraumatischen Belastungsstörung, wenn man jetzt auf Fachbegriffe reinwerfen möchte und man dann einfach merkt ja Jetzt greife ich auf andere Mechanismen zurück zu bewältigen Das kann daneben sein, dass ich psychosomatische Reaktionen entwickeln.

00:34:18: Dass ich komplett Verdränge vergesse amnesie.

00:34:24: Da kann man in die Depressionen gehen und in die Sucht.

00:34:26: Also da kann man viele Ausformungen entwickeln, die sich dann als Spätfolgen zeigen.

00:34:34: Und wie jetzt hattest du gerade von der... gesunden Trauer gesprochen.

00:34:38: Wie unterscheidet sich das eine von dem anderen?

00:34:42: Das Ereignis ist ja immer dasselbe, aber es gibt einen Weg damit gut umzugehen und dann irgendwie den Trauerprozess durchleben zu können und irgendwann in der Akzeptanz zu enden oder eben, dass es ein langfristig belastet bewusst oder unbewusst.

00:35:03: Also viele Faktoren!

00:35:06: Da kommt das Thema Resilienz ins Spiel.

00:35:08: Also, wie ich etwas bewältigen kann... Verlust bewältigend kann, hängt immer davon ab was ich an Ressourcen habe.

00:35:18: also es kommt etwas was mir schadet und wie kann ich das jetzt integrieren?

00:35:23: sagen wir so schöne Fachsprache ja?

00:35:25: Wie komme ich da durch?

00:35:27: Und das heißt ja jetzt nicht immer so, es gibt Menschen die stecken sowas weg.

00:35:33: Ja, und das geht es ja nicht.

00:35:36: Ich gehe da jetzt unbeschadet, sondern ... Das ist das Leben!

00:35:40: Also,

00:35:40: d.h.,

00:35:42: die Situation passiert.

00:35:45: Das hab ich eben gelernt, dass Leben passiert.

00:35:48: Und dann ist es wie kann ich's händeln?

00:35:51: Dass ich da im besten Fall gereift hervorgehe.

00:36:00: Wie kann man Kindern ... da begegnen?

00:36:02: oder wie kann man sie so auffangen, dass Sie für sich einen guten Weg finden können?

00:36:08: Wie auch immer der aussieht.

00:36:09: Ja also es spielt ja immer die Persönlichkeit auf mit rein.

00:36:14: Was bringt jeder mit?

00:36:17: und bin ich ein sensibleres Kind oder bin ich eine ... äh ... dickäutigeres Kind oder Mensch nicht nur Kinder.

00:36:25: Und

00:36:26: wie

00:36:26: habe ich die Ressourcen dazu bewältigen.

00:36:30: Und da sind die Menschen um mich herum ein wichtiger Faktor.

00:36:33: und das heißt, habe ich Menschen, die mir es auch vorleben?

00:36:37: Die mir einen Spiegel zeigen okay ist schlimm aber wir schaffen das Ja dann ist das wieder dass immer wieder bei dem Halt Dann ist das ein Modell, das sich übernehmen kann.

00:36:47: Da kann mir das Sicherheit geben.

00:36:50: Das heisst wenn ich als Familie drüber sprechen kann Wenn Ich als Familie Rituale entwickeln Kann eine Erinnerungskultur entwickeln kann, dann ist das schon etwas, was das Kind mitstärkt.

00:37:04: Und dass ich eben gucken kann, was kann dem Kind jetzt gerade im Moment helfen?

00:37:11: Das klingt so banal aber es ist aus meiner Erfahrung, dass es Leben weitergeht also ohne den Menschen der gegangen ist zu vergessen, aber das Leben geht weiter.

00:37:21: Also das ist der Alltag, das ist Struktur.

00:37:26: Schule tut da wirklich Kindergarten, tun da wirklich große Dienste.

00:37:33: Dass man sieht, es gibt noch ein Leben außerhalb dieser Tragödie, sag ich jetzt mal.

00:37:38: Weil das ist für einen Kind oder uns alle eine Tragödie wenn wir Menschen verlieren den wir lieben der dazugehört.

00:37:48: Jetzt hattest du mir im Vorgespräch auch gesagt dass die Erfahrungen dir natürlich Dinge mitgegeben hat, die du heute zu schätzen warst oder die du jetzt nicht an dir hättest wenn das nicht passiert wäre.

00:38:04: Ohne das Leid jetzt schönzureden so.

00:38:07: aber was kann man denn aus sowas auch stärkendes oder bestärktes mitnehmen?

00:38:14: Wenn es einen guten Umgang damit gibt?

00:38:17: Also ganz ehrlich mir war lange lange Zeit um nichts zu sagen mit den Verlustefahrungen, die ich jetzt erlebt habe.

00:39:18: Weil mir nicht bewusst, wie sehr das mein Leben geprägt hat.

00:39:23: Ich zwag ich zu behaupten, ich sei ein bewusster Mensch, aber da sieht man ... Wie sehr die Psyche sich auch schützt und es ist okay so.

00:39:32: Wie hat sich denn die Erfahrung vom Verlust eines Bruders durch dein Leben gezogen im Ganzen?

00:39:39: Was hat's mit dir gemacht, was hat es ausgelöst?

00:39:43: hat sich das vielleicht auch immer wieder gezeigt.

00:39:46: Also jetzt in der Rückschau kann ich sagen, dass ... Ich unbewusst sogar mir einen Freund gesucht habe mit neunzehn, bei dem ich es später erfahren habe, dass er seinen kleinen Bruder doch ein Autounfall verloren hat und das finde ich ja dann schon bemerkenswert, dass wir beide gemeinsam diese Geschichte hatten.

00:40:09: Und später hab ich mir dann auch einen Partner gesucht, chronisch krank war.

00:40:17: Und jetzt auch vor einem Jahr verstorben ist, also das heißt ich hab schon irgendwie das Thema immer wieder so in mein Leben geholt und ... Ich hatte unglaublich Angst vor Tod.

00:40:28: Also nicht die Angst zu sterben, sondern es war etwas wirklich, das habe ich sehr tabuisiert.

00:40:34: Und Sterben und das alles.

00:40:36: Und ich hab immer die ganz entgeistert angeguckt, die in Hospiz oder Sterbehilfe.

00:40:40: Es war für mich so ha-ha!

00:40:42: Ja?

00:40:44: Das konnte ich aber dann in mein Leben integrieren.

00:40:48: Ich hatte ein Hund, an den hing ich unglaublich und ... Hundebesitzer wäre, Tierbesitzer wär, hab ich da versteht!

00:40:56: Und dann wurde dieser Hund immer älter, irgendwann hatte ich Angst, dass ich ihn verliere.

00:41:01: Das waren die letzten Jahre, das habe ich mit mir ausgemacht, nicht eine große Glocke gegangen.

00:41:05: Aber ich wusste, oh je, da kommt was hoch.

00:41:09: Was mich möglicherweise ... dass mich alte Geschichten noch mal einholen.

00:41:14: Da hab ich mich schon drauf vorbereitet.

00:41:16: und ein ganz wichtiger Prozess war, als der Hund gestorben ist und ich mit dabei war bei mir im Haus hier, da hab ich die Tierärztin geholt.

00:41:26: Und ich hab diesen Sterbeprozess begleitet.

00:41:29: Danach diesen unglaublichen Schmerz ... Das kann ich in Worte fassen.

00:41:34: Ich glaub dieser unglaubliche Schmerze war auch noch vieleralte.

00:41:38: Geschichten, also kommen ja noch alte Trauer und Verlust mit hoch.

00:41:42: Das hab ich da wieder reingenommen.

00:41:47: Da bin ich heute für diese Erfahrung im Hund auch sehr dankbar, dass ich das mit ihm heilen konnte ein Stück weit.

00:41:55: Klingt jetzt so partitisch, gell?

00:41:57: Aber es hat mich ein Stück vorbereitet, weil dann mein Mann an Krebs erkrankt ist und innerhalb eines Dreiviertelsjahres gestorben ist und ich das leisten konnte, in Ambulant hier palliativ zu versorgen.

00:42:13: Ich bin noch mal kurz in diese hohe Verantwortung rein und hab mich sehr viel Kraft gekostet.

00:42:19: Aber dann da zu sein ... Also, dann gestorben ist hier ... Das hätte ich ohne diese Erfahrungen, die ich gemacht habe, nie bewältigen können.

00:42:29: Also, hier zu sein... Und dazu sein, diesen Übergang zu begleiten.

00:42:33: Und es war ... ein großes Geschenk, das er mir damit auch gemacht hat.

00:42:38: Und da habe ich gemerkt ... Aha!

00:42:41: Jetzt ist es gut, sag' ich immer so.

00:42:45: Jetzt ist's gut und dass ich die Position meiner Mutter auch mehr nachempfinden konnte.

00:42:51: Das war als ich dann selber Mutter wurde, weil vorher hab ich das ja sehr rationalisiert.

00:42:55: Na ja, es waren doch nur neun Monate.

00:42:57: Ja?

00:42:59: Das klingt jetzt abgebrüht aber das ist ja ein Schutz.

00:43:02: Und als sich dann selber mutter wurde und meine Tochter dann mit drei Wochen neben mir das Atmen aufgehört hat.

00:43:09: Und sie dann später am Atemgerät war, am Monitor zur Überwachung dieses Jahr, das erste Jahr, damit eben nicht dieser plötzlich Kindstodeintritt ... Da hab ich erst noch mal richtig mitspüren können was das für eine Mutter bedeutet.

00:43:27: Also egal wie alt das Kind ist!

00:43:32: Das sind so Erfahrungen.

00:43:33: die haben mich Heute menschlicher gemacht.

00:43:41: Das möchte ich nicht missen.

00:43:45: Jetzt ist das alles sehr theoretisch, aber

00:43:49: glaubst du

00:43:50: du hättest... Du wärst anders damit umgegangen wenn du die Erfahrung mit dem Tod deines Bruders damals nicht gemacht hättet?

00:43:59: Du meinst mit den Stationen ganz ehrlich?

00:44:06: Ich weiß es nicht!

00:44:09: Man weiß ja nicht, wie man

00:44:11: wäre.

00:44:12: Keine Blaupause.

00:44:14: Aber sie sind eingetreten und mittlerweile bin ich ihr Großmutter mit dem Reinen immer mehr im Reinen.

00:44:24: Das heißt da ist eine große Akzeptanz.

00:44:28: Und das ist was, was ich gerne hier noch mal mit weitergeben möchte ... Es gibt Phasen, warum ich?

00:44:35: Ja!

00:44:36: Und es ist unfair, bei der Enkelkind sagt er mir so unfair.

00:44:39: Das meint ... Da hab ich viel gehardert und wenn man andere Familien sieht, alles so glatt und so, weil das einfach alles verändert so, ja?

00:44:53: Aus der heutigen Sicht sage ich, nee, war mein Weg.

00:45:01: Wie kann ein so ein Erlebnis

00:45:05: ... auch

00:45:07: stärker machen oder eingeschaffen in einem hervorrufen, die man ohne diese Verlusterfahrung vielleicht nicht gemacht

00:45:16: hätte.

00:45:18: Das wäre jetzt interessant wenn man sagen könnte mein Leben war so oder so vertraufen.

00:45:27: also wenn ich da jetzt drüber nachdenke es hat mich zu einem tiefsinnigeren Menschen gemacht und zu einem Menschen, der auch viel relativieren kann.

00:45:45: Und dennoch kann man sagen es gibt Situationen da ich erlaube mir auf Banalitäten sage was das immer sein genauso emotional so reagieren wird nicht gerade eben so drauf bin.

00:45:59: und ich erlabe mir auch oder es gelingt mir dann auch mehr zu sagen.

00:46:02: jetzt Moment mal die Kirche im Dorf ja es gibt schlimmeres Und im Laufe der Jahre, das sind ja jetzt Prozesse.

00:46:12: Jetzt bin ich zwischen Großmutter... Ich merke jetzt schon langsam fahre ich die Ernte ein und ich möchte es auch nicht missen.

00:46:19: also das heißt die ganzen Wege die ich gegangen bin und die Erfahrungen die ich gemacht habe kann ich heute sagen.

00:46:26: Ja!

00:46:28: Ich denke schon dass ich einen Mensch bin der Werte hat die sehr auf Gemeinsinn ausgelegt sind.

00:46:36: Deswegen habe ich auch in dem Beruf gewählt, dass mir Gemeinschaft sehr wichtig ist.

00:46:43: Dass mir das Leben sehr kostbar ist und mir die Gegenwart konzentriert.

00:46:49: Ich werde immer mehr auf die Gegenwahrt, hier und jetzt gestalten will.

00:46:54: Und ich überlege mir immer mehr ... Ich habe viel dazu geneigt mit mir selber Raubbau zu betreiben und mich weniger zu achten und sehr immer auf das Gegenüber.

00:47:06: fokussiert zu sein, dass ich das jetzt wesentlich mehr Selbstfreundlichkeit entwickelt habe.

00:47:14: Und das sind auch Dinge die will ich gerne vielmehr streuen.

00:47:18: und wie wichtig mir Familie ist.

00:47:22: Also für mich ein unglaublicher Wert, also Generationen.

00:47:27: Das schütze ich auch!

00:47:28: Ich habe einen unglaublichen Kampfgeist und wenn ich jemand zu meinem Rudel erzähle Da setze ich mich absolut ein mit jedem Mut und jeder Kraft.

00:47:40: Und ich denke, dass das schon aus dieser Zeit entstanden ist... ...dass ich eben dann gesagt habe okay voll ins Leben und mit aller Kraft.

00:47:52: Heute beschäftigst du dich ja viel mit positiver Psychologie.

00:47:58: Das ist ja mehr als positives Mindset!

00:48:03: Genau kannst du das in dem Kontext mal?

00:48:06: erklären, was das für dich bedeutet und wie du das ja vielleicht, wie sich das auch aus deiner Geschichte heraus entwickelt

00:48:15: hat.

00:48:16: Auch da bin ich ja ein Weg gegangen.

00:48:17: Das heißt, ich habe halt zum Anfang, bin ich über die Medizin gegangen und dann im Meer in die Psychologie rein, hab dann später auch immer Psychologie studiert.

00:48:27: Da war ich aber mehr darauf fokussiert Was ist das, was der Mensch zu Fall bringt?

00:48:34: Was sind die Krankheiten?

00:48:35: Ich wollte das verstehen.

00:48:36: Ich wollte es durchdringen.

00:48:38: Vielleicht damit's mir auch weniger Angst

00:48:39: macht.".

00:48:41: Und das hab ich jahrelang auch unterrichtet und irgendwann habe ich dann gemerkt ... gerade durch die aktuell älteren Verlustefahrung, jetzt reicht das mal!

00:48:50: Ich möchte mehr den Fokus legen auf das, wat nähert und stärkt und nützt.

00:48:56: Da hab ich auch dabei gebraucht, bis ich mich dem geöffnet habe.

00:48:59: Weil eher war ich immer so ... Nee!

00:49:00: Das Leben ist nicht immer nur Sonnenschein und so.

00:49:03: Und heute kann ich sehen, dass mir das zusätzlich jetzt noch auch Felder eröffnet hat.

00:49:09: Wo ich dann gemerkt hab ja Moment positive Psychologie da geht es jetzt nicht um dieses Mindset Ja?

00:49:16: Da geht es um das wie ich fokussiere also Banalglas, halb voll, halblehr.

00:49:23: Das klingt jetzt ganz banal aber es geht um das dass ich sage okay wie kann ich zuversicht entwickeln?

00:49:31: Also ob man Krise kann merkt mir erst wenn man in der Krise ist.

00:49:36: und was macht mich aus?

00:49:39: Was trägt mich?

00:49:39: und Werte tragen ja sehr zum Beispiel.

00:49:41: oder was ist mein Sinn und für was stehe ich ein?

00:49:46: Und ein großer Teil, mit dem ich mich gerade jetzt auch wieder aktuell sehr beschäftige ist Selbstfreundlichkeit und selbst Mitgefühl.

00:49:54: Da sehe ich einen großen Schlüssel drin!

00:49:57: Und das ist auch was, was ich in die Welt weiter tragen möchte.

00:50:00: Dass ich sage ja... Das ist etwas von dem wir alle profitieren können.

00:50:05: und da geht es jetzt um das ... Ich mag immer das Wort Achtsamkeit.

00:50:08: Das ist schon bisschen überdehend, gell?

00:50:11: Aber ich habe auch erst in den letzten Jahren gemerkt, wie wichtig es ist, innezuhalten.

00:50:19: Also nicht immer diesen Reizreaktion zu folgen.

00:50:22: Auch meinem Temperament geschuldet ja auch, sondern sagen als Moment Stop!

00:50:28: Ruhig brauner jetzt mal hier stopp.

00:50:32: was ist jetzt gerade los mit mir?

00:50:35: Was habe ich jetzt gerade für ein Gefühl?

00:50:36: also ich hab mich dann sehr viel mit Emotionspsychologie beschäftigt Mit Wie kann ich Gefühle regulieren?

00:50:41: Wie kann Ich sie wahrnehmen?

00:50:43: weil das eine Voraussetzung damit ich dann erst mal in die Achterung gehen kann.

00:50:49: Und wie kann ich Gefühle zulassen?

00:50:52: Auch die, die nicht so schön sind... Also auch wenn ich sage, was ist denn jetzt gerade?

00:50:56: Ah ja, Scham!

00:50:56: Jetzt schäme ich mich gerade.

00:50:58: Aha okay, was brauche ich denn jetzt grade?

00:51:00: Also und man darf das nicht verwechseln, es soll jetzt nicht in die Selbstoptimierung gehen.

00:51:04: also da wäre ich mich, gell?

00:51:06: Also nicht so wie werde ich schöner, toller besser und noch taffer sondern Ja, wie kann ein Teil dieser Gemeinschaft sein, der selbst stehen kann.

00:51:19: und dadurch dass ich selber dastehen kann, kann ich auch leuchtend für die anderen da sein.

00:51:25: Und wenn ich weiß wie ich bin und wenn ich weiss was mir Freude macht und was mich bestärkt muss ich auch weniger neidisch sein auf andere.

00:51:36: Das ist ja ein großer Gewinn!

00:51:38: Wenn ich dann nicht mich selbst mit Leid verliere oder wenn ich mich einsam fühlen muss weil alle anders besser haben Sondern ich kann das entwickeln, dass ich sage, Moment.

00:51:49: Gerade bei Mitgefühl... Es geht vielen Menschen so wie mir.

00:51:53: Jeder hat seine eigene Geschichte.

00:51:56: Also es gibt viele unglückliche Anführungszeichen-Familien und da kann die positive Psychologie wirklich einen großen Beitrag leisten.

00:52:08: also in diesen klingt jetzt so fachlich posttraumatischen Wachstum

00:52:15: Du hast es vorhin schon mal angesprochen.

00:52:18: Uns hören ja vor allem Eltern zu, auch Selbstbetroffene.

00:52:21: aber wenn jetzt Eltern zuhören und deren Kind heute schwer krank ist vielleicht eine längere Phase ansteht mit einem starken Fokus auf eben das kranke Kind oder auch ein Verlust im Raum steht oder passiert ist was würdest du sagen?

00:52:41: wann ist der richtige Zeitpunkt sich um?

00:52:44: professionelle Unterstützung zu holen.

00:52:46: Und ... für wen?

00:52:48: Also,

00:52:49: ist das

00:52:50: wichtig erst mal den Fokus auf die Eltern zu legen und das Ganze irgendwie zusammenhalten.

00:52:55: oder würdest du sagen ruhig auch für jedes Familienmitglied?

00:52:59: Wie liest du das?

00:53:01: Ob es jetzt für jedes Familiemitglieder ist, auch für Kinder?

00:53:04: wie gesagt, da bin ich nicht die Expertin für Kinder- und Jugend.

00:53:08: Da gibt's bestimmt Meinungen, die der sagen, dass und es wäre so und so wichtig Ausgebildet bin ich ja hauptsächlich für Erwachsene.

00:53:16: Und da würde ich sagen sofort, auch schon in der Prävention wenn man das so möchte, dass ich mir einfach vorher schon Kraftquellen erschließe damit ich gar nicht erst in die Spurlauf und ausbrenne weil das ist ja ... So wie ich das auch miterlebt habe und ich hätte mir das auch echt für meine Eltern gewünscht.

00:53:40: eine unglaubliche Belastung.

00:53:43: Das kann sich ja außenstehender kaum vorstellen, was das bedeutet.

00:53:47: Und da finde ich es wichtig dass man eben von Anfang an guckt Mensch also Salopp klingt wie Tools.

00:53:56: aber wenn ich Ideen habe wie ich mich selbst stärken kann und vor allem wenn ich die Erlaubnis dazu auch bekomme Dass ich das auch tun darf, dass das in Ordnung ist dann schafft mir das einfach einen gewissen Boden Und dann kann ich da gut weitergehen damit.

00:54:14: Also daher würde ich sagen, gucken ... Es muss ja nicht immer wenn Menschen sagen, wir sind Psychologen oder so.

00:54:22: Muss ja nicht das sein.

00:54:23: aber es kann ja so vieles sein was mir Kraft gibt und sich darauf die Suche zu machen, dass sie das erlauben.

00:54:30: Wenn jemand sagt du, ich brauche jetzt Auszeit, ich brauch mein Sport Ich kann jetzt nur sagen, es hilft mir.

00:54:42: Also auch in der Zeit, als mein Mann so schwer krank war ... ich hab ja vor vier Jahren angefangen im Protheater zu spielen und das ist was, was mir sehr viel Freude bereitet und wo ich mich ausleben kann.

00:54:55: Und ich habe zum Beispiel auch einen Hund.

00:54:58: Ja?

00:55:00: Und die Zeit mit dem Hund zu verbringen, zu sehen diese Lebendigkeit und dieses Kreatürliche Ja, das sind also sich da Felder zu erschließen.

00:55:10: Und die sind ja individuell, je nachdem wie man Neigungen hat.

00:55:13: Also zu gucken... Das hat mir als Kindfreude gemacht bei Kinder.

00:55:16: Da sind er noch sehr nah an sich selber dran.

00:55:21: und wenn jemand meint ich muss fünf Polis strecken dann ist es auch okay aber einfach irgendwas Dinge zu finden Menschen, die einem gut tun Begegnungen Aber auch zu sagen Kontakte runterzufahren, die einem nicht gut tun.

00:55:38: Also auch da zu gucken ... tut mir das gut, bringt mich das weiter undzuschauen.

00:55:46: Finde ich gleichgesinnte aber so gleichgesintet dass wir uns nicht gemeinsam ins Jammertal ziehen.

00:55:54: Das würde ich jemandem sehr ans Herz legen sondern zu gucken ja sich zu orientieren an Menschen die sagen komm Wir kriegen das schon hin, sich gegenseitig zu stützen und diese Zuversicht.

00:56:07: Weil die Hoffnung stirbt ja zuletzt bekanntlich, gell?

00:56:12: Was würdest du denn Menschen mitgeben wollen, sagen wollen, die sich jetzt in deiner Geschichte ein Stück weit wiederfinden, egal ob das auch ein Verlust eines nahen Angehörigen war oder wie er auch immer geartet eine Form von Schockmoment in der Kindheit was ... Was ist dir da so geblieben, oder was?

00:56:36: Wenn du jetzt Verbündeter wärst.

00:56:38: Wenn ich Verbündter

00:56:38: werde... Dann würde ich sagen ja mach dich auf dem Weg zu dir selbst.

00:56:46: und möglich dass du damals nicht so dich gesehen gefühlt hast.

00:56:50: aber doch es gibt Menschen die dich sehen.

00:56:54: dann zeig dich und teils meine ich mache hier auch einen Schritt das ich's teile um anderen Mut zu machen.

00:57:04: Ich möchte Mut machen, das Leben ist schön.

00:57:09: Das wird zu deinem neuen Zehnjährigen ich sagen ... Wenn

00:57:13: du

00:57:14: heute die Möglichkeit hättest noch mal aus deiner heutigen Perspektive vielleicht einen Ausblick zu geben?

00:57:27: Auch darüber hab' ich mir Gedanken gemacht.

00:57:30: Ach, wenn ich die zehn jährige würde ich gerne jetzt in mein Leben hier mitnehmen und würd sagen Schau mal!

00:57:36: Das habe ich draus gemacht Und schau jetzt!

00:57:41: Jetzt hab ich Enkelkinder Ich lebe gut.

00:57:49: Ich habe alles, was ich brauche und ich hab viel erreicht und die Anstrengung hat sich

00:57:54: gelohnt.".

00:57:58: Das ist doch ein sehr

00:57:59: schönes

00:58:00: Schlusswort!

00:58:01: Ich bin mir ganz sicher, dass wir mit dieser Folge viele Familien erreichen konnten und viele Kinder, viele Geschwisterkinder.

00:58:09: und vielen Dank, dass du so offen deine Erfahrungen und deinen Weg geteilt hast.

00:58:14: Ja, sehr gerne!

00:58:17: Tschüss!

00:58:18: Ciao Ihr Lieben, das war die vorerst letzte Folge unserer Sommerpause.

00:58:25: Wir gehen im August in eine Podcast-Pause und sind wie gewohnt am sechsten September mit einer neuen Mutmachgeschichte für euch zurück.

00:58:32: Bis dann!

00:58:33: Tschüss!

00:58:38: Danke dass du auch in dieser Podcast-Folge wieder reingehört hast.

00:58:42: Ich hoffe sie hat dir gefallen und du konntest was draus mitnehmen.

00:58:45: Viele weitere Infos und Links zum Thema findest Du wie immer auch in unseren Shownotes Und wenn du uns gerne hörst, was wir natürlich sehr hoffen.

00:58:52: Dann abonnier uns doch gleich um in Zukunft keine Folge mehr zu verpassen!

00:58:56: Natürlich freuen wir uns auch über eine positive Bewertung auf deiner Podcast-Plattform und wenn Du uns teilst empfielst und anderen Herzkindfamilien von uns erzählst oder hast Du vielleicht Fragen, Wünsche, Themenideen oder sonstige Anregungen dann schick uns die gern an podcastatkinderherzen.de.

00:59:14: Schön, dass du heute mit dabei warst.

00:59:15: Danke für deine Unterstützung und von Herzen alles Liebe aus München!

00:59:19: Tschüss und bis zum nächsten Mal.

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